Veröffentlicht am 17.10.2017 von Beni Geisseler in Orange Peel präsentiert

Ein letztes Mal schauen wir mit den B-Sides Fieldsessions zurück auf den Festival-Sommer. Heute eine eindrückliche Session mit Hannah Epperson von einem Platz hoch über Luzern.

Mit ihrer Geige und einem Loop-Geräte ausgerüstet, stellt sich die Kanadierin immer öfter dem europäischen Publikum. Sie nutzt die Violine gleichzeitig für durchlaufende Beats wie auch für die gestrichenen Melodien. Dabei singt sie mit ihrer reinen Stimme über das Klangkonstrukt, und kreiert immer wieder aussergewöhnliche Momente. Für die B-Sides Fieldsession komponierte sie kurzerhand einen neuen unbetitelten Song, der von seinem Minimalismus und einer angenehmen Unvorhersehbarkeit lebt. Die Künstlerin schafft damit eine mythische Traumwelt über den Wolken von Luzern.

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Veröffentlicht am 17. Oktober 2017 von Simon Gwinner in Neue Musik

Jelani Aryeh ist ein aufstrebender Rapper aus einem Vorort San Diegos. Aufgewachsen und geprägt sei der 17-jähriger vom Internet und viel Zeit verbrachte er auf online Plattformen wie dem Brockhampton Fan Forum. Dort fand er auch Gleichgesinnte, mit welchen er das Label Raised By The Internet gründete. Vor drei Monaten erschien sein Debütmixtape, welches mit sonnengetränktem Indie Pop, experimentellem R&B und gefühlsvollen Rapstrophen berieselt. Ähnlich Childish Gambino, Frank Ocean oder Odd Future vermischt Jelani darin verschiedenste Genres und Einflüsse fliessend.

Die Single «Where We Go» widerspiegelt dieses genrebiegende Gesamtbild am besten. Gerappt wir über ein verzerrtes Sample von Declan McKennas «Brazil». Die innigen Lyrics welche Jelani hinzufügt, erinnern dabei stark an den klagenden und mitreissenden Pop von Jorja Smith.

Das Mixtape Suburban Destinesia gibt’s auf Soundcloud im Stream.

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Veröffentlicht am 16. Oktober 2017 von Sabrina Stallone in Uncategorized

Tipps für eine Woche voller besserer Musik, zusammengestellt von Eva Hediger und Sabrina Stallone. Diese Woche mit ernsten Mienen und Melancholie.

Montag, 16. Oktober 2017
Brachialer Doom und berstender Post-Rock mit der Ästhetik der begnadeten Deafheaven und Weaves: Nyos aus Finnland sind mit ihrem aktuellen Album «Navigation» auf Tour und machen heute Abend in der Zürcher Bosch Bar halt.

Dienstag, 17. Oktober 2017
In über hundert Wohnzimmer ist Dotan aufgetreten, um so sein Lampenfieber zu heilen. Sein zweites Album 7 Layers besteht aus den Songs, die er an diesen Konzerten gespielt hat.  Dass er sie weiterhin in kleinen Räumen spielt, ist fraglich: Die Platte erhielt in den Niederlanden Goldstatus. Am Dienstag spielt Dotan im Papiersaal.

Mittwoch, 18. Oktober 2017
Fans von Sigur Rós müssen geduldig sein: Erst im nächsten Herbst erscheint nach über fünf Jahren wieder eine neue Platte. Wer die Wartezeit mit einem Live-Konzert überbrücken will, kann am Mittwochabend in die Samsung Hall. Dort treten die Isländer nämlich auf.

Donnerstag, 19. Oktober 2017
Al Spx ist die Frontfrau von Cold Specks und macht mit entwaffnend ernster Miene tanzbare Popmusik. Die Kanadierin hat diesen Sommer ein neues Album namens «Fool’s Paradise» veröffentlicht und tourt durch Europa – unter anderem kommt sie am Donnerstag in den Zürcher Stall 6.

Freitag, 20. Oktober 2017
Eigentlich wollte Sophia Kennedy in Hamburg Film studieren. Doch bald lernte die Amerikanerin Carsten Meyer alias Erobique kennen, entdeckte ihr Talent für Musik und steht als erste Singer-Songwriterin bei Pampa Records unter Vertrag. Ihr gleichnamiges Debütalbum ist eine melancholische, verspielte Party. Am Freitag ist Sophia Kennedy im Palace in St. Gallen, am Samstag im Luzerner Neubad.

Samstag, 21. Oktober 2017
Swans sehen und regionalen Tourismus unterstützen? Klar, denn wer sich bei der amerikanischen Experimental Band, die am Samstag im Fri-Son spielt, für einen Lappen ein «Rock’n’Sleep» Ticket zieht, übernachtet nach dem Konzert gemütlich in einem Mittelklasse-Hotel in der Stadt. Kantonale Tourismusverbände für bessere Musik..?

Sonntag, 22. Oktober 2017
Staring Girl aus Hamburg/Kiel kommen aus einer Zeit wo Deutschpop-Bands so schreiben wollten wie Tocotronic, aber insgeheim wünschten sie sich ein Bühnenleben wie Gisbert zu Knyphausen. Der hat übrigens mal «Jeder geht allein» von Staring Girl gecovert – vielleicht wollte er lieber so sein wie sie. So oder so, die melancholischen Bewusstseinsstrom-Texte werden im El Lokal mit Schöftland vorgeführt.

> Mehr Konzerte gibt es in unserem Konzertkalender.

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Veröffentlicht am 13. Oktober 2017 von Yemi Omodunbi in Video

ISLAND sind zurück mit einer neuen Single namens «Try» inklusive Video. Das Londoner Quartett überzeugte bereits in der Vergangenheit und ändert dies auch mit dies Veröffentlichung nicht. Dieses ist inspiert vom Kurzfilm ‚Ten Meter Board‘ (Schwedisch: Hopptornet) der beiden schwedischen Regisseure Axel Danielson and Maximilien Van Aertryck. Ihrer musikalischen Linie bleiben sie treu: stimmungsvolle Gitarren, eine starke Stimme mit Struktur, eine markante Bassline. Inhaltlich handelt der Song gemäss Sänger Dollo Doherty von der Zerbrechlichkeit der Liebe und der Schwierigkeit des Zusammenhaltens dieser. Mit «Try» ist der Band eine weitere Perle gelungen, die Lust macht auf mehr.

«Try» erschien bei Frenchkiss Records.

 

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Veröffentlicht am von Simon Gwinner in Neue Musik

Man kann sich Leroy Francis als Ebenbild dessen vorstellen, was der Garage Rock der 90er mit dem neuen Ozzie-Punk Rock, welchen man vor allem durch das Label I OH YOU lieben gelernt hat, gemeinsam hat.

Seine Debütsingle «Carry Me» erzählt von Freundschaft, Bier, Schweiss und Blut. In dieser treffen verzerrte Gitarren auf den lauthals schreienden Gesang Leroys. Die Intensivität und Tiefe erinnert dabei stark an Ty Segall, das melodiös-einfache Gesamtbild an DZ DEATHRAYS. Da verwundert es auch nicht, dass der Videoclip zur Single stilecht in einer kleinen Garage gedreht wurde und Leroy sich auf verschiedenste Arten und Weisen von seinen Freunden tragen, schlagen und feiern lässt.

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Veröffentlicht am 11. Oktober 2017 von Yemi Omodunbi in Review

Das Amsterdamer Psychedelic-Pop Duo Feng Suave veröffentlichte dieser Tage seine gleichnamige erste EP. Darauf sind vier Tracks zu hören, die Gemütlichkeit und Harmonie geradezu verinnerlichen. Beim ersten Hören stellt sich also schnell die Frage, wie „Feng Suave“ denn zu verstehen ist: Feng = Chinesisch für Wind, suave = Spanisch für weich; also womöglich weicher Wind? Würde durchaus passen. Angefangen mit «Honey, There’s No Time», der einem verspäteten Sommerhit gleichkommt, über «By The Poolside», der in seiner 80er-Jahre-haftigkeit an Songs von Toro y Moi erinnert. Schliesslich zeichnen sich alle vier Songs mit lieblichen, sommerlichen und vielseitigen Gitarrenmelodien und dem ausfüllenden Gesang aus, der durch die ganze EP hinweg begleitet. Den beiden Daniels, Daniel de Jong und Daniel Leonard Elvis, gelingt mit ihrem Erstling also eine wunderbare Sammlung an Musik, die mit einer sehr grossen Sorgfalt und viel Gefühl kreiert und umgesetzt wurde.

Die EP Feng Suave erschien bei Sony/ATV.

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Veröffentlicht am 9. Oktober 2017 von Sabrina Stallone in Konzert

Tipps für eine Woche voller besserer Musik, zusammengestellt von Eva Hediger und Sabrina Stallone. Diese Woche mit vielen Vielbeschäftigten.

Montag, 9. Oktober 2017
Mal als Frida Stroom unterwegs, mal als Teil von Pop-Projekten wie True oder Ursina, oder manchmal auch bei Gimma oder Breitbild mit auf der Bühne. Wir können uns nur vorstellen, wie Martina Berthers ganz eigener Konzertkalender ausschaut. Umso mehr freuen wir uns, sie heute Abend als Ester Poly mit viel Dark Jazz und Punkattitüde in der Bosch Bar zu sehen.

Dienstag, 10. Oktober 2017
Noch ein Vielbeschäftigter, der derzeit auf Tour ist: Stanley Brinks hat zwar vor allem seinen gleichnamigen Alias, den er bespielt – dafür aber ungemein fleissig. Alben um Alben füllen seine Bandcamp-Seite, zuletzt ein Langspieler namens «Apocalypso», auf dem Oktavgitarre und Trommeln den Charakter bestimmen. Am Dienstag spielt Stanley Brinks im Düdinger Bad Bonn.

Mittwoch, 11. Oktober 2017
Erst löst er Begeisterung aus, dann macht er sich rar: Matthew Barnes alias Forest Swords tauchte nach der EP «Dagger Paths» und seinem späterem Debütalbum «Engravings» jeweils unter. Diesen Frühling erschien «Compassion». Am  Mittwoch baut der der Engländer seine psychedelische Klangwelt in der Roten Fabrik auf.

Donnerstag, 12. Oktober 2017
Dear Reader beweist, dass Indie-Pop mehr als überfreudiges, kurzlebiges Gedudel ist: Seit fast zehn Jahren veröffentlicht Cherilyn MacNeil unter diesem Pseudonym Platten, die noch immer funktionieren. Am Donnerstag spielt die Wahlberlinerin im Café Mokka in Thun.

Freitag, 13. Oktober 2017
Spätestens seit ihrem düster schönen Auftritt im Jarmusch-Film «Only Lovers Left Alive» ist Yasmine Hamdan nicht mehr ein Geheimtipp. Die libanesische Sängerin verbindet die klassische Poesie des arabischen Pops mit elektrischen Gitarren – ihr Auftritt im Moods diesen Freitag kann man entweder vor Ort, oder im Live-Stream verfolgen.

Samstag, 14. Oktober 2017
Noch mehr Prolific Pop (ja, denn es sollte ein Genre sein) gibt es am Samstag im Palace. Jeffrey Lewis erzählt Geschichten von seiner Wahlheimat New York oder von seiner qualvollen Nichtheimat auf Tour. Sein DIY-Pop ist zu schön, um ihn Antifolk zu nennen, denn die Stories laden klassisch zum Verweilen ein. Ab nach St. Gallen!

Sonntag, 15. Oktober 2017
Traurig, wuchtig, aber nie zu viel: The Kindness ist eine unserer liebsten Herbstplatten. Fred Woods hat das Album selbstproduziert – und zeigt am Sonntag im El Lokal, was es live taugt. Wir tippen auf «ziemlich viel».

> Mehr Konzerte gibt es in unserem Konzertkalender.

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Veröffentlicht am 5. Oktober 2017 von Yemi Omodunbi in Neue Musik

Der Westlondoner Musiker Westerman veröffentlichte gestern den letzten Song seiner EP Call and Response. Nach den beiden früher in diesem Jahr erschienenen Tracks «Lie» und «Roads» komplettiert er seine EP mit einem Song, der eine musikalische Perle darstellt, gleichzeitig jedoch eine Botschat enthält, die einem zum Nachdenken animiert. Bei näherem Zuhören und auch gemäss Wonderland Magazine thematisiert der Song nämlich die heute teilweise fast allgegenwärtige Selbstinszenierung und Alltagsdokumentation. Der Singer-Songwriter fragt sich, ob es sich dabei um eine harmlose Entwicklung oder eben doch eher ein tendenziell narzisstisches und womöglich problematisches Verhalten unserer Gesellschaft handelt.

Diese kritischen und tiefgründigen Gedanken verpackt Westerman in einem gitarrenlastigen Song, gespickt mit einer wunderbaren Melodik und seiner klaren und zugleich eingänglichen Stimme.

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