Veröffentlicht am 14.10.2018 von Severin Kaufmann in Konzert, Orange Peel präsentiert

Mit dem Beginn des Herbstes hat auch wieder die grosse Konzertsaison begonnen. Zahlreiche wunderbare Konzerte, in kleinen und grossen Hallen stehen an. Um da den Überblick nicht zu verlieren, lohnt es sich regelmässig unseren Konzertkalender anzuschauen. Besonders den Donnerstag, 18. Oktober sollte man sich aber schon mal in die Agenda eintragen. Da spielt der junge Engländer Yellow Days zum ersten Mal in der Schweiz im Papiersaal in Zürich.

Mit seiner souligen Croonerstimme und elektrischen Gitarre spielt er einfühlsame Popsongs, die tief unter die Haut gehen. Um sich im Vorhinein bereits einzustimmen, empfehlen wir in sein Debütalbum Everything Okay In Your World? reinzuhören, welches letztes Jahr erschienen ist.

Tickets kann man via Starticket kaufen. Wir verlosen zudem 1×2 Tickets für das Konzert am 18. Oktober im Papiersaal in Zürich. Schreibe bis Dienstag 16. Oktober, 20:00 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff Yellow Days an verlosung@orangepeel.ch. Viel Glück!

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Veröffentlicht am 4. Oktober 2018 von Severin Kaufmann in Review

Tirzah bezeichnet ihre Songs als „straight up love songs“. Doch was soll man darunter verstehen? Nun es handelt sich bei ihrem Debütalbum Devotion um Soul-House-Pop Musik, geprägt von zurückhaltenden Drumcomputern, lässigen Basslines und ihrer nüchternen Stimme. Doch genau diese Nüchternheit macht Devotion zu einen so grossartigen Album.

Tirzahs Debütalbum klingt unglaublich ehrlich und bewusst nicht perfekt. Mit dieser Herangehensweise schafft sie eine intime Stimmung, welche voll und ganz ihre Gefühlen in den Fokus setzt und so herüberkommt wie wenn man seine tiefsten Geheimnisse einem/r engen Freund/in widmet. So wie beispielsweise Jugendfreundin Mica Levi, welche für viele der Beats auf dem Album verantwortlich ist. Die beiden Londonerinnen machen bereits seit länger zusammen Musik und besonders beim Song «Gladly» merkt man dieses enge Bündnis umso mehr.

Andere Songs, wie beispielsweise «Holding On», klingen etwas wilder und fröhlicher. Doch auch hier bleibt die zurückhaltende Atmospähre von Tirzah erhalten. “I’ll be thinking of you when you’re gone, don’t wanna hang on to you if you’re happy alone“ singt sie über up-tempo Beats und einer sich wiederholenden Synthmelodie.

Devotion ist ein –im Sinne des Wortes– atemberaubendes Album, das mit viel Liebe und Zurückhaltung überzeugt. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Tirzah’s Debütalbum Devotion erschien am 10. August über Domino Records.

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Veröffentlicht am 8. August 2018 von Severin Kaufmann in Konzert, Orange Peel präsentiert

Luzern wird jeden Sommer aufs neue mit einer grandiosen Auswahl von Festivals verwöhnt. So befindet sich in seiner Umgebung das B-Sides, das Am Bach oder das Blue Balls. Alle zwei Jahr gibt es noch ein weiteres: Radio 3FACH veranstaltet jeweils das Gratisfestival Funk Am See auf der Lidowiese beim Verkehrshaus. Das Line Up besteht aus nationalen wie auch internationalen Acts, welche sie regelmässig im Radio spielen.

So wird unter anderem Crimer mit seinen 80er Klängen das Publikum beschallen, S.O.S. das Publikum anheizen und Stereo Luchs mit seinem Dancehall die Massse zum tanzen animieren. Aber auch Künstler aus dem Ausland werden performen. So sollte man auf keinen Fall die grossartige Mavi Phoenix verpassen! Die Wahlwienerin glänzt mit ihrem Sound der zwischen Hip-Hop, R’n’B, Trap und Pop einzuordnen ist. Die Niederländer von Klangstof überzeugten uns bereits mit ihrem Debüt und sind ebenfalls auf der Lidowiese Live zu sehen.

Dieses Jahr wird es nach den Konzerten erstmals eine Afterparty, im Rahmen des 20-jährigen Jubiläum von Radio 3FACH, geben. Diese wird in einer ganz besonderen Location statt finden: dem nebenanliegenden Verkehrshaus. Dort spielt mit Myd beispielsweise der neue Liebling des Pariser Labels Ed Banger (Justice, Breakbot, Kavinsky) auf.

Das Festival an sich wird kostenlos sein, für die Afterparty benötigt man jedoch ein Ticket! Den Vorverkauf findest du hier. Das Festival findet vom 17. bis 18. August in Luzern statt.

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Veröffentlicht am von Severin Kaufmann in Konzert

Im Herzen der Schweiz fand auch dieses Jahr wieder das Blue Balls Festival statt. Es handelte sich dabei um die 26 Ausgabe des Festivals und man blieb dem erfolgsbewährten Konzept treu. Zahlreiche bekannte Acts traten in den Sälen des KKL auf. Das Line Up konnte mit einigen Leckerbissen auftrumpfen wie zum Beispiel mit Asaf Avidan, Gary Clark Jr., Alanis Morissette.

Doch nach wie vor bietet das Blue Balls auch einige, etwas weniger bekannten Künstler, eine Platform an. So hatte man die Chance den aufsteigenden Sänger Keir aus Bristol zu bestaunen. Oder gar gratis die spannende Kat Frankie.

Einige Konzerte wurden von uns besucht. Dabei überraschte besonders der britische Sänger Tom Odell mit einer hervorragender Performance! Der doch für eher romantische Piano-Pop-Balladen bekannte Sänger überzeugte mit einer rockigen Show. Er verstand ausserordentlich das Publikum zu animieren, sang und schrie seine Texte und stand dabei teils auf dem Piano. Auch die Band, welche ihn während dem ganzen Konzert begleitete, überraschte mit gelungenen Solo Einlagen.

Tom Odell by Jennifer Scherler

Das Blue Balls ist natürlich auch wegen seiner Konzerthalle, dem KKL, einzigartig. Es hat einen ganz eigenen Charme, hervorragende Künstler in solch einer guten Akustik zu erleben. Asaf Avidan durfte als letzter Act der diesjährigen Ausgabe den „Weissen Saal“ beehren. Mit seiner „Vier-Oktaven-Stimme“ zog er das Publikum vom ersten Takt an in seinen Bann. Sein Repertoir von Songs schöpfte er voll aus.

Asaf Avidan by Flavio Leone

Die Veranstalter zogen zum Ende eine positive Bilanz. Über 100’000 Besucher seien es gewesen, wie viele davon wohl tatsächlich wegen den Konzerten? So mutet das Blue Balls doch teils eher wie ein Luzerner Stadt Fest an. Und dies trotz sehr sehr guter Musik.

Die nächste Ausgabe des Blue Balls findet vom 19 bis 27 Juli statt.

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Veröffentlicht am 23. Juli 2018 von Kilian Mutter in Mixtape, Playlists

Wie jedes Jahr kriegst du unsere liebsten Sommersongs, feinsäuberlich ausgewählt und arrangiert, damit du für den geplanten Roadtrip, die Strandferien, die Flucht aus der Stadt, aber auch deine schwülen Bürotage optimal gerüstet bist. Das wunderbare Artwork stammt wiederum von Cameron Taylor.

Tracklist

1. Caroline Says Sweet Home Alabama
2. NEIL FRANCES Teardrops
3. Yuno No Going Back
4. The Mary Onettes Cola Falls
5. Say Sue Me Old Town

6. Jungle Happy Man
7. MorMor Waiting On The Warmth
8. Chaka Khan Like Sugar
9. Video Age Hold On (I Was Wrong)
10. Beach House Dive

11. BC Unidos Take It Easy (feat. U.S. Girls & Ledinsky)
12. International Music Metallmädchen
13. Massage Oh Boy
14. Wild Pink Lake Erie
15. Sirens Of Lesbos We’ll Be Fine

16. RVG A Quality Of Mercy
17. Bakar All In
18. Tanukichan Perfect
19. BLVTH Pusher
20. A.A.L (Against All Logic) Cityfade
21. Fog Lake California

Die Songs sind sowohl als Zip-File downloadbar, sowie auf good ol‘ Spotify zu streamen. Vergangene Mixtapes und Playlists findest du hier.

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Veröffentlicht am 14. Juli 2018 von Simon Gwinner in Radio

Alle acht Wochen, jeweils am Samstag von 15:00 bis 17:00 Uhr, teilen wir auch bessere Musik im Radioformat. Unser 9. Setblock lief letzten Samstag über den Zürcher Internet-Radiosender GDS.FM und gibt’s jetzt auch zum Nachhören.

Diesesmal mit der Popplatte schlechthin von SOPHIE, Oneohtrix Point Never’s neuem Album Age Of, Snail Mail’s grossartiger Debütplatte Lush, einer weiteren lauschigen Single vom aufstrebenden Singer-Producer MorMor aus Kanada, verträumten Folk-Pop über wuschelige Monster von LUMP, einer kleinen Hitsingle von G Flip, vielfältigen Rap/R&B-Sounds von Tierra Whack, Deutsch-Pop von Drangsal, neuen experimentellen und vorallem lauten Klängen von Death Grips, BADBADNOTGOOD’s Matty Tavares in Solo und der hier bereits mehrmals mit Lorbeeren geschmückte genreübergreifende Sound von Sudan Archives.

TRACKLIST SETBLOCK #9

1. Sophie Immaterial
2. Oneohtrix Point Never Toys 2
3. Serpentwithfeet Mourning Song
4. Peter CottonTale Forever Always (ft. Chance The Rapper, Rex Orange County, Daniel Caesar)
5. Beach House L’Inconnue
6. Jamie Issac Interlude (Yellow Jacket)
7. LUMP Late To The Flight
8. Flasher Sun Come And Golden
9. Hana Vu Shallow
10. Jonathan Bree You’re So Cool
11. Rich Aucoin The Fear
12. Drangsal Jedem Das Meine
13. MUNYA Des Bisous Partout
14. Snail Mail Lush Control
15. MorMor Waiting on the Warmth
16. Kim Petras Can’t Do Better
17. SOPHIE Is It Cold In The Water
18. Death Grips Dilemma
19. Yuno Why For
20. J-HUS Dark-Vader
21. Popcaan Body So Good
22. Tierra Whack Pet Cemetry
23. Tierra Whack 4 Wings
24. Jean Grae Waiting For The Moon (ft. Mosel, Anna Wise)
25. Teyana Taylor Rose In Harlem
26. Kamaal Williams LDN Shuffle
27. Sudan Archives Nont For Sale
28. Matty Embarrassed
29. G Flip Killing My Time
30. slowthai Ladies
31. Let’s Eat Grandma Ava
32. Jenny Hval The Dreamer Is Everyone In Her Dream
33. Biig Piig Perdida
34. Khruangbin Como Me Quieres
35. Matty Clear

Alle unsere vergangenen Setblocks gibt’s bei GDS.FM zum Nachhören und vergiss nicht uns auf Facebook oder Twitter zu folgen für Updates, wann der nächste Setblock Live geht.

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Veröffentlicht am 3. Juli 2018 von Severin Kaufmann in Interview, Konzert, Swiss Sounds

Vergangenes Wochenende fand wieder das allseits bekannte Openair St. Gallen statt. Wie gewohnt herrschte eine herzlich-heitere Stimmung. Dies wurde mit sommerlichem Wetter und musikalischen Leckerbissen kombiniert. So waren zahlreiche grossartige Bands vor Ort. Es beehrten unter anderem Depeche Mode, Angus & Julia Stone, The Killers und Portugal. The Man den Sittertobel. Doch auch grandiose nationale Acts wie etwa Crimer, Long Tall Jefferson oder One Sentence. Supervisor.

Wir nutzten die Gelegenheit für ein Gespräch mit Donat Kaufmann, dem Sänger der Badener Band One Sentence. Supervisor. Denn schon unlängst wissen wir, dass es sich bei ihnen um eine der spannendsten Bands des Landes handelt. Ihre hymnisch psychedelischen Klänge begeistern aber nicht nur hierzulande: Sie fanden auch schon den Weg nach Ungarn oder gar China. Momentan sind sie mit dem syrischen Komponisten und Musiker Bahur Ghazi unterwegs. Dies führt zu einem äusserst spannenden und orientalisch angehauchten Sound.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem syrischen Musiker Bahur Ghazi?

Donat: Ich wollte letztes Jahr lernen, das Instruent Oud (arabische Laute) zu spielen. Dies erzählte ich einem Freund, welcher mir nahelegte, Bahur zu kontaktieren. Dieser sei der beste Oudspieler weit und breit. Dieser könne mir das Spielen beibringen. So besuchte ich ihn. Dort wurde dann wenig Uht gespielt, jedoch vor allem geredet. So hat es zwischen uns gefunkt. Etwas später habe ich ihn nach Baden eingeladen und wir spielten ein erstes gemeinsames Konzert. 

Wie sieht die weitere Zusammenarbeit mit Bahur Ghazi aus?

Donat: Er wird, bis auf zwei, auf allen Konzerten in diesem Sommer mit dabei sein. Im Winter geht es wieder ins Studio. Er wird dann voraussichtlich auch von der Partie sein. Man kann von einem kompletten Album ausgehen. 

Hast du selbst nun gelernt Oud zu spielen?

Donat: Haha, nein noch nicht, aber hab ich noch vor. Das Können von Bahur ist etwas einschüchternd. 

Eure Musik ist enorm treibend, kaum ein Fuss stand während des Konzertes still. Fandet ihr es nicht ein wenig schade, gleich nach dem Mittag spielen zu müssen, als später am Tag, wo bereits mehr getanzt wird?

Donat: Nein, ich mag diesen Slot sehr gerne! Früher fand ich es auch komisch früh zu spielen, dann aber habe ich gemerkt, dass es eigentlich extrem geil ist. Die Leute kommen bewusst an das Konzert. Wenn die Leute beim Konzert bleiben, bleiben sie für die Band. Und nicht nur, weil der Rhythmus stimmt und sie schon etwas zu viel getrunken haben. So ist es nach dem Mittag eine kleine Herausforderung die Leute mit der Musik zu packen. Auch achten die Leute viel bewusster auf die Musik, was ich extrem schön finde. 

Wie gesagt lädt eure Musik sehr zum Tanzen ein. Wie schafft es euer Bassist bei allen Konzerten still sitzend zu spielen?

Donat: Man kann ja auch im Sitzen tanzen! Man tanzt am besten, wenn man sich wohl fühlt und er fühlt sich sitzend am wohlsten. Und so tanzt er im Sitzen am besten. 

Euer Bekanntheitsgrad wurde durch dein 20 Minuten Titelblatt-Kauf einiges grösser. Bezeichnest du euch als politische Band?

Donat: Jein. Jede Person oder Handlung kann als politisch aufgefasst werden. So würde ich bei uns nicht unsere Texte sondern unsere Handlungen als politisch bezeichnen. Seien es Firmen, mit denen man zusammenarbeitet, Festivals, an welchen man spielt oder eben nicht spielt. Das Openair St Gallen ist für mich persönlich ein Grenzfall. Es ist schon sehr nahe am Mainstreamgedanken. Gleichzeitig hat es immer noch eine krasse Tradition. Auftritte für Banken oder ähnliche Institutionen würden aber nicht in Frage kommen. 

Donat: Das 20 Minuten Cover war aber eine Aktion von mir persönlich und hat nichts mit der Band zu tun. 

Wie kam es zu eurem Auftritt in China (2014)?

Donat: Durch einen glücklichen Zufall. An einem Konzert von uns in der Roten Fabrik, war ein Typ, welcher eine Bookingfirma hat. Diese organisiert Konzerte von Schweizer Bands in China und umgekehrt. Er fand unser Konzert gut und fragte uns an. So hatten wir eine ganze Tour in China. 

War die Stimmung an diesen Konzerten anders als hier in der Schweiz?

Donat: Ich glaube nicht. Jedenfalls nicht grosse, das Verhalten nach einem Song war höchstens etwas anders. Schlussendlich bestand ja das Publikum da auch einfach aus Menschen, welche an Musik interessiert sind. 

Werden die neuen Songs auch wieder umgehend veröffentlicht werden, wie bereits bei „Temporär Musik 1-14“?

Donat: Gute Frage! Ich denke eher nicht. Wir werden uns nun Zeit nehmen und im Winter neue Songs aufnehmen. Im März oder April wird im besten Fall ein neues Album  mit 10 oder 11 Songs herauskommen. Vielleicht aber auch erst im Herbst. 

Wird es dann auch wieder eine Tour geben?

Donat: Umbedingt! Ich finde dazu ein Zitat des Tame Impala Sängers sehr treffend. Er meinte die ersten und letzten 10 Minuten eines Songs seien die Schönsten. Dann, wenn man die Idee hat und dann, wenn man sie live spielt. Also so habe ich es interpretiert und bin dieser Meinung. 

Wer One Sentence. Supervisor feat. Bahur Ghazi noch live sehen möchte findet hier ihre Tourdaten.

Das Open Air St. Gallen bewies auch mit seiner 42. Ausgabe, dass es nach wie vor einen Besuch wert ist. Ein erster Headliner vom nächsten Jahr ist bereits bekannt: Die Ärzte.

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Veröffentlicht am 21. Juni 2018 von Simon Gwinner in Neue Musik, Video

Ella Soto gehörte zu einer unserer Lieblingskünstlerinnen des letzten Jahres. Die aufstrebende Lausannerin überzeugt mit abenteuerliche Beats, einem Hauch Avantgarde und einer Stimme, die stark von den Grössen der goldenen R&B-Ära geprägt ist. Vor allem aber ihre Texte sind stark, erzählen meist über Powerfrauen, Unabhängigkeit und strotzen nur so von weiblicher Überzeugung.

Ihre neuste Single «Touch My Mind» klingt insgesamt zwar nicht ganz so mutig wie ihre Debüt-EP Sisterhood, schnürt den Hörer aber dennoch mit ungezwungenen und sehr ehrlichen R&B Tönen und Texten ein.

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