Veröffentlicht am 24.05.2016 von Simon Gwinner in Neue Musik

Jedes Jahr die gleiche Frage: Was macht einen Song zum Sommerhit? Throes + The Shine versuchen es mit heiteren Steeldrums, südamerikanischem Karnevalsfieber und kraftvollen Hooks. Das Quintet aus Porto und Luanda spielt einen energischen Mix aus Rock und Kuduro und nennt dieses neue Genre passenderweise Rockuduro. Verschiedenste musikalische, sowie kulturelle Einflüsse aus Südamerika, Afrika und Europa regen zudem, im bereits berüchtigten Lissabonner Stil, zum Tanzen an.

Erst letzte Woche erschien ihr Debütalbum Wanga (Albumstream) über das Lissabonner Label Discotexas. Produziert wurde das Album vom portugiesischen DJ Moullinex. Meridian Brothers und Pierre Kwenders waren unter anderem am Prozess beteiligt, wie auch die aufstrebenden Sängerin La Yegros aus Buenos Aires, welche in «Guerreros» mitwirkt.

#summeranthem2016? Wenn wir bald so tanzen können wie im dazugehörigen Video, dann ja, gerne!

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Veröffentlicht am 23. Mai 2016 von Eva Hediger in Konzert

Tipps für eine Woche voller besserer Musik, zusammengestellt von Eva Hediger und Sabrina Stallone. Dieses Mal mit verflossenen Liebschaften und gespenstischem Geflüster.

Montag, 23. Mai 2016
Eleanor Friedberger war einst der Liebling von Alex Kapranos. Diese Liebe zerbrach, uns gefällt die Amerikanerin immer besser. Bis vor ein paar Jahren war Friedberger gemeinsam mit dem älteren Bruder in einer Band, jetzt ist sie solo unterwegs. New View heisst das neuste und dritte Album. Heute tritt die Sängerin im Bogen F auf.

Dienstag, 24. Mai 2016
Minimetal ist ein Künstlerduo aus Zürich, das seit 1994 Sound- und Videoinstallationen kreiert. Gerade in letzterem Bereich bedeutet dies eine Zeitreise von VHS zu HD. Nun veröffentlichen sie ein Fotobuch, das diese Entwicklung festhält. Die Buchvernissage wird von einer Live-Performance in der Zukunft begleitet.

Mittwoch, 25. Mai 2016
Mittwochs in der Katakombe, also im Keller des Dynamos in Zürich, wird immer wieder mit geübtem Booking-Händchen spannende Musik aus In- und Ausland ins Haus geholt. Diese Woche sind es Le Cercle des Mallissimalistes aus Frankreich, die zwischen gespenstischem Geflüster und lautem Drone-Noise ihre Nische gefunden haben.

Donnerstag, 26. Mai 2016
Vor zwei Jahren stürmten die Nachbarn und Freunde Katerina Stoykova und Angelo Repetto als Wolfman die Zürcher Clubs. Jetzt legt das Duo das zweite Album nach. Es heisst Modern Age und wird am Donnerstag im Exil getauft.

Freitag, 27. Mai 2016
Ihr erstes Zürcher Konzert spielen Porches im neueren Klaus an der Langstrasse. Dort spielen Aaron Maine und Greta Kline die Elektro-Pop-Songs live, die Monate zuvor in ihrer New Yorker Wohnung entstanden sind.

Samstag, 28. Mai 2016
Das Aarauer KiFF feiert seinen 25. Geburtstag mit einem zweitägigen Party und verschiedenen Bühnen: Am Freitag unter anderem mit Leech, am Samstag gibt es Prinz Pi, Manillio und Troubas Kater.

Sonntag, 29. Mai 2016
Das Revival der – mangels eines besseren Begriffes – World Music nimmt glücklicherweise kein Ende, und bringt so The Paradise Bangkok Molam International Band in unsere Breitengrade. Die thailändische Volksmusik verpackt in eine psychedelische, manchmal elektronische Zeitgenossenschaft kommt am Sonntag ins Winterthurer Kraftfeld.

> Mehr Konzerte gibt es in der Orange Peel Konzertagenda.

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Veröffentlicht am 20. Mai 2016 von Yemi Omodunbi in Neue Musik

Für Freunde des experimentellen Afrobeats gab es diese Woche eine Überraschung. 2014 entstand im Kopf von Corinne Micaelli, der Direktorin des Französischen Instituts von Haiti, eine Idee, die sogleich spriesste. Ihr Ziel war es verschiedene, gestandene Musiker buchstäblich zusammenzutrommeln, um eine eher als einmalig gedachte öffentliche Performance in Port-Au-Prince, Haiti, auf die Beine zu stellen.

Als allererstes sollte der Nigerianer Tony Allen, seinerseits ehemaliger Drummer von Fela Kuti und einer der Begründer des Afrobeats, an Bord geholt werden; was klappte. Dazu kam die Unterstützung von Sänger, Tänzer, Voodoo-Priester und Direktor des nationalen ethnologischen Büros Haiti, Erol Josué. Er half bei der Rekrutierung von Perkussionisten und Sängern aus allen musikalischen, haitischen Sparten und Bands: So kamen diverse Bands, wie Lakou Mizik oder Sanba Zao, dazu und die Grundlage für das Brücken-Schlagen zwischen Karibik und Westafrika war geschaffen.

Dem „Experimental“-Teil des Bandnamens wurde die Formation schon gerecht, als sie lediglich fünf Tage Zeit hatten, um sich musikalisch zu finden und zu proben. Das Ergebnis von intensiven Jam-Sessions der musikalischen Extraklasse wurde dann tatsächlich am Festival „Fête de la Musique“ aufgeführt. Die geplante Aufnahme davon klappte leider aus technischen Gründen nicht und es schien, als würde der Auftritt des Afro-Haitian Experimental Orchestra bald schon nicht mehr als eine flüchtige Erinnerung sein.

Doch Mark Mulholland, Gitarrist der Band, konnte sich nicht damit abfinden, dass das Geschaffene nun endgültig der Vergangenheit angehören sollte und begann die brauchbaren Aufnahmen der Proben zusammenzutragen und zu –basteln. Auf diese Weise konnte er dieses Get-together von raffinierten Künstlern zumindest erhalten.

Doch der Zufall wollte es, dass Mulholland noch im gleichen Jahr in Bamako, Mali, Chris Eckman von Glitterbeat Records traf. Als er von der Zusammenkunft in Haiti erfuhr und die Aufnahmen davon hörte, war er vom Potential des «Orchestras» überzeugt und drängte auf eine Veröffentlichung. So wurden diese Tage allen Afrobeat-Fans tolle News offenbart. Der erste Track «Bade Zile» ist veröffentlicht und in einem Monat folgt das ganze Album.

Afro-Haitian Experimental Orchestra erscheint am 24. Juni 2016 bei Glitterbeat Records.

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Veröffentlicht am 16. Mai 2016 von Eva Hediger in Konzert

Tipps für eine Woche voller besserer Musik, zusammengestellt von Eva Hediger und Sabrina Stallone. Dieses Mal mit Liebeskummer und -trunkenheit.

Montag, 16. Mai 2016
«I’m the motherf*cking birthday boy / Don’t kill my thunder, baby Jesus», heisst es in Happyness‚ Opener auf ihrem Album «Weird Little Birthday». Noch nie wurde infantiler Geburtstagsneid so charmant verpackt. Heute Abend spielen die Lo-Fi-Rocker – «nur» im Vorprogramm der Dandy Warhols – im Plaza.

Dienstag, 17. Mai 2016
Kein Ticket für Adele ergattert und trotzdem Lust auf Herzschmerz? Dann ab ins Exil. Dort tritt Andy Shauf auf. Ein kanadischer Singer / Songwriter, der ebenfalls viel von Kummer, Herzen und Einsamkeit zu singen weiss. Sein zweites Album The Party erscheint Ende Woche. Aber keine Angst vor zu viel Ausgelassenheit. «The new album is more like an after-party record for the next day’s hangover», beruhigt Shauf seine Fans.

Mittwoch, 18. Mai 2016
«The loneliest wild man», wird er genannt, der Country-Troubadour Kinky Friedman. Mit seiner intensiven Stimme und seiner Cash’esquen Ader weiss er an seinen Konzerten zu begeistern. An seinen Lippen hängen kann man diesen Mittwoch im Bogen F.

Donnerstag, 19. Mai 2016
Die Musiker von Quilt kommen aus der Improv-Szene von Boston und kombinieren in ihrer Musik Elemente von Folk-Rock, Psychedelia und Dream Pop. Live setzt die Band noch immer auf Spontanität, dass die Lieder genau so klingen wie auf dem kürzlich erschienen Plaza, ist also unwahrscheinlich. Am Donnerstag tritt Quilt in Le Romandie in Lausanne auf.

Freitag, 20. Mai 2016
Washed Out und Caribou sind die grossen Lieben von Mikey Maramag. Als Blackbird Blackbird fabriziert er eigenen Folktronik mit poppigem Einschlag. Am Freitag spielt der Amerikaner im Gare de Lion in Wil.

Samstag, 21. Mai 2016
TV Smith gilt mit seinen 60 Jahren als noch eine der umtriebigsten Punklegenden. So fleissig ist der Herr, der seit den 90er Jahren solo unterwegs ist, dass er am Samstag zwei Konzerte spielt. Am Nachmittag in der Kulturbeiz 113 in Basel, abends im Royal zu Baden.

Sonntag, 22. Mai 2016
Troy von Balthazars träumerische Klänge – mal elektronisch, mal analog – verzaubern zum Wochenausklang. Wer liebestrunken nach Hause torkeln oder pendeln möchte, fährt am Sonntag ins Nouveau Monde nach Fribourg.

> Mehr Konzerte gibt es in der Orange Peel Konzertagenda.

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Veröffentlicht am 13. Mai 2016 von Kilian Mutter in Video

Schweizer Schlagzeuger gehören zu den umtriebigsten Musikern des Landes. Oft sind sie Teil von unzähligen Formationen, von denen einige mehr als Einnahmequelle, andere eher als Leidenschaftsprojekte angesehen werden können. Doch dem in Zürich wohnhaften Drummer Mario Hänni, tätig in national, oder gar international angesehenen Bands wie Pablo Nouvelle, Hanreti oder Trio Heinz Herbert, ist der Platz hinter den Trommeln nicht genug.

Bereits auf dem kürzlich erschienenen Debütalbum von Pablo Nouvelle, genauer gesagt auf den Songs «Wish You Were Here» und «Our Love», sowie an dessen Liveshows, liess er unter dem Pseudonym Rio mit seiner leisen, fragil wirkenden Stimme aufhorchen. Nun legt der gebürtige Aargauer die Debütsingle seines neuen Soloprojektes vor.

«The Knife» lässt die rhythmische Versiertheit Hännis unschwer erkennen. Auf einem minimalistischen Gerüst an Drumcomputer-Beats und Synthesizerschwaden lässt er seine Fistelstimme luftig-locker tanzen, bevor der Song durch den Einsatz analoger Drums seinen unerwarteten, doch wunderbar anzuhörenden Höhepunkt erreicht. Im von Eliane Bertschi gestalteten Video zum Song wird die Leichtigkeit von «The Knife» zudem durch einen Bummel zweier jungen Herren durch den Früh-Frühling in der urbanen Zürcher Agglomeration unterstrichen.

Der Song ist auf Red Brick Chapel erschienen lässt sich auf iTunes beziehen, oder aber bald auf Spotify streamen.

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Veröffentlicht am 10. Mai 2016 von Yemi Omodunbi in Video

Zur vor einem Monat veröffentlichten Single „I Sing In Silence“ erscheint jetzt das passende Video. Die schwedische Rockband GOAT zeigt damit eine neue musikalische Seite. Sonst eher dem kneifenden E-Gitarren lastigen Rock verschrieben, zeigen sie mit «I Sing in Silence» eine etwas unbeschwertere, rhythmischere, womöglich vom uns südlich gelegenen Kontinent beeinflusste Facette, aber noch immer in gewohnt wilder, teils psychedelischer Art.

Das Video von den beiden Regisseuren Henrik Nyblom und Christofer Högberg untermalt diese naturbejahenden Klänge durch verwackelte, verwirrende Bilder und feierte gestern bei Stereogum seine Premiere.

Die 7‘‘-Single erscheint bei uns am 27. Mai 2016 gemeinsam mit dem noch zu erwartenden Track «The Snake Of Addis Ababa» bei Rocket Recordings. Ausserdem bespielen GOAT diesen Sommer diverse Festivals in Europa, wo sich genaueres Abchecken durchaus lohnen könnte.

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Veröffentlicht am 9. Mai 2016 von Simon Gwinner in Neue Musik

«I am doing conscious rap» wiederholt der in London beheimatete Rapper Taharqa Satti im Refrain zu seiner Debütsingle «Transcendence» introspektiv mehrmals. Seine Musik soll sich mit seinem eigenen Gemüt und jenem des Hörers auf einer tiefen, mystischen Ebene verbinden, erzählte er gegenüber Afropunk, wo der Song vor kurzem Premiere feierte.

Neben dem sich Taharqa Satti in seiner Debütsingle mit dem Umgang jenseits von normalen Sinneswahrnehmung beschäftigt, öffnet «Transcendence» auch eine Verbindung zu seinen afrikanischen Wurzeln in Dongola (Sudan). Lyrisch erinnert er an die düstere, sozial kritische Sprache von Gaika, kombiniert mit dem monochromen Sprachgesang von Ghostpoet.

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Veröffentlicht am von Sabrina Stallone in Konzert

Tipps für eine Woche voller besserer Musik, zusammengestellt von Eva Hediger und Sabrina Stallone. Dieses Mal mit Tumblrbandnamen und grossen Versprechungen.

Montag, 9. Mai 2016
Morgan Orion kommt aus New Orleans und hält heute an der Limmat. Mit seinem Antifolk bespielt er spätabends die Zürcher Bosch Bar und wird begleitet vom Liechtensteiner Exportschlager MoreEats.

Dienstag, 10. Mai 2016
Die dunklen Sonnenbrillen könnt ihr am Dienstag im Helsinki anbehalten – das Duo Me + Marie bedient sich eines mittlerweile klassischen Rocktopos: Frau an den Drums, Mann an Gitarre, beide Stimmen minimalistisch und an Coolness kaum zu überbieten.

Mittwoch, 11. Mai 2016
TACOCAT könnte der Name eines Viral Videos sein, oder eines Tumblr-Blogs, das Pizza und Babytieren huldigt. Ist es wahrscheinlich auch. Der Name steht aber auch für eine Pop-Punk-Band im US-Westküstenstil, die am Mittwoch mit PAWS in der Luzerner Schüür auftritt.

Donnerstag, 12. Mai 2016
Die elektronischen Klänge der Barbara Morgenstern vermengen sich mit der klassisch hochdeutschen Lyrik ihrer Texte. Daraus entstehen oft eingängige und doch experimentelle Songs, die diesen Donnerstag im EXIL von der Zürcherin IOKOI und ihren sphärischen Sounds begleitet werden.

Freitag, 13. Mai 2016
Die Orange Peel Lieblinge a=f/m und Batman tun sich zusammen für ein Konzert im Tap Tab zu Schaffhausen. Man kann sich also auf eine unverschämt poppige Oneman-Show und ein betörendes Zweierspiel zwischen Kopf, Herz, Synths und Loops freuen.

Samstag, 14. Mai 2016
SPOT heisst das 8. Studioalbum des österreichischen Duos Attwenger. Der Samstagabend im Helsinki verspricht neben Trommel, Akkordeon und lautem Auflachen, unter anderen folgende Themen anzuschneiden: Schweigen, Gegenübertum, das Ende der bekannten Welt und spontane Homoerotik.

Sonntag, 15. Mai 2016
Der Pfingstsonntag im Bad Bonn verspricht viel: «Ein experimenteller Abend im Freundeskreis, der die Dekonstruktion des Pop feiert», heisst es. Dank der Namen Sarah Neufeld, Merz, Julian Sartorius und Shahzad Ismaily auf dem Programm glaubt man der Beschreibung alles, was sie ausschweifend verspricht.

> Mehr Konzerte gibt es in der Orange Peel Konzertagenda.

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