Die Orange Peel Alben des Jahres 2016, Teil 1

Orange Peel ist ein Kollektiv von musikinteressierten Bloggern, Radiomachern und Kulturschaffenden, welches dich hier jahrein

Orange Peel ist ein Kollektiv von musikinteressierten Bloggern, Radiomachern und Kulturschaffenden, welches dich hier jahrein jahraus mit neuer Musik versorgt. Jene Autoren stellen dir diese Woche ihre jeweiligen Topalben des endenden Jahres vor. Heute sind es die Lieblingsalben von Simon Gwinner:

Buvette: Elasticity (Pan European Recording)

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Dynamischer DIY Pop mit einem Faible für sich repetierende Krautmelodien und poetische Lyrics, die gerne auch mal in Auto-Tune vorgetragen werden. Die New Wave Einflüsse sind auf Buvettes neustem Werk Elasticity omnipräsent. Sein interkulturelles Interesse am musikalischen Schaffen von Südamerika bis hin nach Asien lädt auf ein Abenteuer ein, bei welchem das Körperliche auch mal verloren geht. Ein nostalgisches Werk, das den synthetischen Pop der 80er wieder aufleben lässt und doch Buvettes ganz eigene psychedelischen Erlebnisse spürbar macht.

Erschienen ist Buvettes Elasticity auf dem französischen Label Pan European Recording.

Kaitlyn Auriela Smith: Ears (Western Vinyl)

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Kaitlyn Auriela Smith beschreibt ihre Kompositionen als futuristischen Dschungel aus Tönen und Klangfarben. Dabei lässt sie sich auch von den Comicwelten von Mœbius oder Miyazaki inspirieren. Ihr neustes Werk Ears fühlt sich oft wie ein solcher bildreicher Abenteuerroman an. Esoterischer Experimentalismus, welcher vor allem durch einen 60er Jahre Hippie-Synthesizer geprägt ist, schwingt um poppige Gesangseinlagen und akustische Instrumentation, die so klingt als wären sie elektronisch erzeugt. Ears stammt von einem Ort, den es nicht gibt, erschafft eine künstliche Klangsphäre, welche ihre Inspiration aus der Natur zieht, und simuliert den Wandel vom Menschen zur futuristischen Maschine.

Kaitlyn Auriela Smiths Ears erschien im April auf Western Vinyl und gibt’s via Bandcamp zum durchhören und bestellen.

Blood Orange: Freetown Sound (Domino Records)

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Dev Hynes drittes Album unter seinem Moniker Blood Orange widerspiegelt eine umfassende Auseinandersetzung mit der afroamerikanischen Kultur, rückt unterdrückten Stimmen und Geschichten in den Vordergrund und widmet sich jenen, die unter dieser systematischen Unterdrückung leiden. Es ist ein persönliches Werk, welches von Dev Hynes Vergangenheit, ausgehend von der Geburtsstadt seines Vaters, geprägt ist. Freetown Sound widmet sich aber auch den Ängsten der Gegenwart und erzeugt eine Art Gemeinschaftsgefühl. Was bei vielen anderen Konzeptalben dieses Jahr manchmal zu kurz oder zu kompliziert war, kommt bei Freetown Sound umso mehr zur Geltung – zeitgenössischer Pop der von Facettenreichtum nur so glänzt. Neo-Funk mit einem Twist Disco und fast schon beruhigenden Zügen. Musik die vibriert, gedanklich berührt und körperlich bewegt.

Blood Oranges Freetown Sound erschien Ende Juni via Domino Records.

Weitere Albumhighlights 2016:
Anderson .Paak – Malibu
Noname – Telefone
Whitney – Light Upon The Lake
Powell – Sport
Yussef Kamaal – Black Focus
Chance The Rapper – Coloring Book
Frank Ocean – Blonde
Palmistry – PAGAN
Pinegrove – Cardinal
Told Slant – Going By
LUH – Spiritual Songs for Lovers to Sing
Leon Vynehall – Rojus (Designed To Dance)
Solange – A Seat at the Table