JPEGMAFIA «Puff Daddy»

JPEGMAFIA bleibt seinem 2018er Sound auch mit seiner neusten Single «Puff Daddy» treu.

„I’m a pop act:“ Das versichert JPEGMAFIA gleich zu Beginn des ersten Verses seines Songs «Puff Daddy». Eine glatte Lüge. Stattdessen ist der Künstler aus Baltimore verantwortlich für eines der experimentellsten Hip-Hop-Alben 2018, Veteran. Auf selbstproduzierten Beats, die klingen als hätten sie ADHS, findet sich JPEGMAFIAs Stimme auf wundersame Weise zurecht. Dabei flirtet er mit Trends, kommt im nächsten Moment aber mit einem weirden Vocal-Sample oder einer überzogenen Ansage zwischen verzweifelt und aggressiv um die Ecke („Put hands on a blogger / make ‚em beg for his life“).

Der neue Track «Puff Daddy» hätte gut in die Tracklist von Veteran gepasst, zwischen Songtitel wie «I Cannot Fucking Wait Until Morrissey Dies» oder «Rock N Roll Is Dead.» JPEGMAFIA bleibt seinem 2018er Sound treu. Doch für einmal rappt er nicht über eine Eigenproduktion: Der Beat von „Puff Daddy“ kommt von Kenny Beats, der seinerseits die erfolgreichsten Monate seiner Karriere hinter sich hat. Für JPEGMAFIA schreinert er ein Trap-Brett, das Lil-Pump-Songs brav klingen lässt. Während sich der Beat in den Strophen darauf konzentriert, die tiefen Frequenzen scheppern zu lassen, wartet das Instrumental in der Hook mit einer Melodie auf, die an Game-Soundtracks erinnert.

JPEGMAFIA tut sein Bestes, die Energie der Produktion von Kenny Beats noch zu überbieten, und nimmt sich dabei selbst nicht zu ernst. Der Flow geht ins Ohr, Zeilen wie „I’m on your couch like Rick Rubin“ bleiben hängen. Nach 2 Minuten 7 Sekunden ist der Spass bereits vorbei, ohne dass der Bezug zur Person „Puff Daddy“ klar wurde. Ein Cliffhanger, der auf neues Material beider beteiligter Künstler gespannt macht.

«Puff Daddy» ist seit dem 7. November zum Kauf und Streaming verfügbar.