Rosalía: El Mal Querer

Rosalía ist der katalanische Star der Stunde. Mit ihrem Zweitling dürfte ihr auch der internationale Durchbruch geglückt sein.

Negative Vibes und Kulturgeschichte aus Europas Sonnenstube: El Mal Querer – das Böse will – heisst das zweite Album der katalanischen Künstlerin Rosalía. Die 25-jährige interpretiert den heimischen Flamenco modern, durchsetzt mit Effekten und elektronsichen Spielereien und führt die spanische Volksmusik so ins 21. Jahrhundert. Produziert und geschrieben mit El Guincho (bekannt unter anderem für sein Stück «Bombay») verarbeitet Rosalía auf El Mal Querer eine toxische Beziehung aus «Flamenca», einem Buch aus dem 13. Jahrhundert, das in okzitanischer Sprache verfasst wurde. In 11 Liedern, oder – wenn man nach dem Album geht – Kapiteln, erzählt die Musikerin die Geschichte der bildhübschen Flamenca, die von ihrem eifersüchtigen Ehemann in einem Turm gefangen gehalten wird.

Passend zum Thema trägt das erste Lied den Titel «Malamente – Cap. 1: Augurio» (schlecht, böse / verkündend). Das dazugehörige Video ist wunderschön anzusehen, die Farb- und Bildkomposition perfekt aufeinander abgestimmt und die Geschichte symbolisch auch visuell umgesetzt.

Nach ihrem Debütalbum Los Ángeles, das letztes Jahr erschien, dürfte ihr mit ihrem Zweitling der internationale Durchbruch geglückt sein. Musikalisch etwas völlig neues und inhaltlich mit Tiefgang. Bitte mehr davon.

Rosalías Zweitling El Mal Querer erschien am 2. November bei Sony Music.