Peeling Oranges: Rio Wolta

Eine Playlist, kuratiert von jenen Künstlerinnen und Künstlern, über welche wir sonst selbst berichten. Dieses Mal mit Rio Wolta.

In regelmässigen Abständen übergeben wir das Zepter des Kuratierens jenen Künstlern und Bands, über welche wir normalerweise berichten. Die Vorgaben sind simpel: Maximal 20 Songs, feinsäuberlich ausgewählt und sortiert, lassen einen (kleinen) Einblick in das aktuelle Schaffen, die Inspiration hinter der eigenen Musik oder Perlen der eigenen Musiksammlung zu.

Für die zweite Ausgabe von Peeling Oranges, fragten wir den Zürcher Musiker und Künstler Rio Wolta an. In 8 Songs erzählt er chronologisch, mit allen Höhen und Tiefen, über die Entstehungsgeschichte seines zweiten Albums No More Intimate Music. Zu jedem Songs gibts einen kurzen Kommentar:

1. Peter Kernel – It’s Gonna Be Great

November 2016. Es beginnt bei Peter Kernel und der Vermittlung ihres Freundes und Produzenten Andrea Cajelli aus Varano Borghi bei Varese. Ein Gespräch über Inhalt (es soll ja Produzenten geben, die das noch können) und ein Grappa fixen den Deal. Zwei Wochen vor den geplanten Aufnahmen stirbt Andrea viel zu jung und völlig unerwartet. Grosse Leere zieht über die Bandlandschaft Tessin und Norditalien. Und über mich. Vielen Dank für alles, Cajo.

2. Sun Kil Moon – Dogs

Februar 2017. Die Stimmung erlaubt nur Musik von Sun Kil Moon. «No More Intimate Music» ist zurück auf Feld eins, im Westen sehnen sie sich nach Monarchie und in Zürich will eine Smartphone-Kirche Zentrum für Livemusik werden. Hochnebel war noch nie so scheisse.

3. Massive Attack – Voodoo in My Blood

März 2017. Helge van Dyk meldet sich per Telefon: «Ich habe gehört was passiert ist. In Frankreich gibt’s zwei Schlösser. Eins zum Aufnehmen, eins zum Schlafen. Norbert, der beste Koch beidseits der Alpen, ist inbegriffen. Wollt ihr kommen?» Wollten wir. Hochnebel gone.

4. Serge Gainsbourg – Ballade de Melody Nelson

April 2017. In der abgelegensten Region Frankreichs lässt es sich verweilen. Macron wird gerade gewählt, ums Haus tanzen Ratten gross wie Katzen und wir? Spielen Pool, hören «Ballade de Melody Nelson» auf repeat und drücken ab und zu auf record. «No More Intimate Music» wird.

5. The Legendary Lightness – Rocking Chair

Juni 2017. Zurück in Zürich wird ein grosses Album innerhalb der Familie veröffentlicht. Legendary’s Daniel Hobi wird daher kurzerhand für eigene Missionen verpflichtet.

6. Deus – If you don’t get what you want

Januar 2018. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel. Selbstzweifel.

7. Rio Wolta – Intro

Oktober 2018. Kurz vor der Veröffentlichung ruft der Ferne Osten. Das Intro ist bereits draussen, die erste La Ola schwappt in China.

8. Nils Koppruch – Das Leichteste der Welt

November 2018. Die Schweiz stimmt für Überwachung und «No More Intimate Music» wird an drei Abenden in kompletter Dunkelheit an der Gessnerallee in Zürich live veröffentlicht. Drei Besucher verstehen es als Homage an den Black Friday. Never mind the Darkness, baby. You will be saved by Rock n Roll. By Rock n Roll.

Mehr zu Rio Wolta findest du auf seiner Website riowolta.com. Sein neues Album No More Intimate Music gibts zudem auf Spotify im Stream.

Noch nicht genug? Hier gibt’s die erste Ausgabe von Peeling Oranges mit Monumental Men.