Veröffentlicht am 19.06.2014 von Simon Gwinner in Neue Musik

Sieht so aus, als schrieben Sinceyou eine Nummer nach der anderen. Nach ihrer Sunpop-Hymne «Free Tuesday», erschien heute ein weiterer Track des Boston/LA-Duos.

«Rainy Days» ist in etwa das exakte Gegenteil des sonnengetränkten Ohrwurms von letzter Woche. Vielmehr experimentieren sie mit langsamen Hip-Hop Beats und traurig klingenden Synthesizern. Neben den kühlen Gesangseinlagen finden sich auch ein paar bedrückende Lines des Sad Rap Exponenten Little Pain auf dem düsteren Track. Sowohl «Rainy Days», wie  auch «Free Tuesday» gibt es als Gratisdownload.

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Veröffentlicht am 19. Juni 2014 von Kilian Mutter in Review

Es gibt Musiker, die produzieren über Jahre hinweg Musik aus ihrem Schlafzimmer heraus, ohne dass sich ihre Anhängerschaft merklich vergrössern würde. Im Falle von Multiinstrumentalist Jeffrey Morisano alias kissed her little sister scheint ein Durchbruch nun schon seit mehreren Jahren fällig. So sind seine bisherigen Alben high & low und sailor zwei kleinere Geniestreiche, geprägt von Morisanos meisterlichem Songwriting und gefüllt mit Lo-Fi-Perlen.

Für seinen drittes Album mbube erweitert der sonst schon undogmatische Musiker sein Instrumentarium, sprengt Genregrenzen im Minutentakt und beweist ein weiteres Mal, warum er zu den unterschätztesten Songwriter der amerikanischen Westküste gehört.

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Das frühere Fundament für Morisanos Songs, seine akustische Gitarre, macht Computer-Beats, Sample-Spielereien und Spielzeug-Synthesizer Platz – was bleibt sind seine ständig leicht verzerrte Stimme und das Gespür für eingängige, aber stets unkonventionelle Popmusik. Wem der einst ähnlich ausgerichtete Yellow Ostrich inzwischen nicht mehr den nötigen Charme in seinen Produktionen bietet, der wird an mbube seine helle Freude haben.

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Das neue Album, sowie die gesamte bisherige Diskographie von kissed her little sister, findet sich auf Bandcamp zum Download.

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Veröffentlicht am 18. Juni 2014 von Laurin Huber in Neue Musik

Mit Dreamzone¹ hat Jakko Eino Kalevi [auch: JEKS] – 30-jährig, musikalischer Autodidakt, wohnhaft in Helsinki, dort arbeitend als Musiker und Strassenbahn-Fahrer [zumindest gemäss diesem Promotext von Weird World anlässlich seines Signings] – letztes Jahr nicht nur eine tolle EP veröffentlicht, sondern – zumindest innereuropäisch – auch einen kleinen Hype ausgelöst.

Mit seiner neuen Veröffentlichung Ying Yang Theatre wagt Kalevi nun den Schritt auf ein amerikanisches Label: Auf Beats In Space, gegründet und betrieben von Tim Sweeney, bekannt als Host der Label-gleichnamigen Sendung auf dem New Yorker Independent-Radio-Sender WNYU, erscheint die neue 12″ am 24. Juni 2014.²

Das erste von sechs Stücken ab dieser Erscheinung, welches wir uns seit gestern im Netz anhören können, deutet darauf hin, dass auch auf Ying Yang Theatre Musik zwischen Tanzfläche und Schlafzimmer, zwischen feiner Psychedelik und eingängigem Pop mit Disko-Anleihen zu hören sein wird.

Eine neue LP von Jakko Eino Kalevi [in der Ankündigung lustigerweise als «Debüt-Album» bezeichnet – Fakten dazu hier] soll übrigens später in diesem Jahr auf Domino/Weird World erscheinen.

¹Wir haben an dieser Stelle in einem Review über die EP bzw. deren Remix-Variante berichtet.
²Die Veröffentlichung kann hier vorbestellt werden.

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Veröffentlicht am 17. Juni 2014 von Jonathan Winkler in Interview

Paws, Yuck, Male Bonding, Japandroids. Dem gemeinen Indiehörer dürfte nicht entgangen sein, dass in den letzten Jahren die 90er Jahre wieder ziemlich angesagt waren und sich zahlreiche Bands von den schroff-melodischen Gitarrenklängen der frühen 90er inspirieren liessen. Parallel dazu sind viele Bands aus den 90ern wieder aktiv geworden, wie Dinosaur Jr, Pixies, Pavement, Sebadoh. Oder eben Superchunk, die Band rund um die Merge-Records-Gründer Mac McCaughan und Laura Ballance, die im Jahr 2010 eine fast 10-jährige Auszeit beendet und seither mit Majesty Shredding und I Hate Music zwei ihrer besten Alben veröffentlicht hat.

Die Geschichte von Superchunk ergäbe eigentlich ein prima Drehbuch für eine alternative US-College-Romanze. Alles beginnt Ende der 80er in Chapel Hill, North Carolina, im musikalischen Niemandsland also. Die Protagonisten: der allseits beliebte und quirlige Punkrock- und New Wave-Fan Mac. Das coole aber schüchterne Goth-Mädchen Laura, das vom ihm angequatscht wird, weil er sie in seiner Band haben will (dass sie noch nie Bass gespielt hat, who cares?). Der Bücherwurm Jim Wilbur an der zweiten Gitarren. Und zuletzt der etwas schräge Schlagzeuger Chuck Garrison, dessen Name im Telefonbuch fälschlicherweise mit Chunk angegeben ist und der damit den Bandnamen liefert (das Super hängt man später vorne ran, um nicht mit einer gleichnamigen Jazzband verwechselt zu werden).

Goth-Mädchen und Sänger verlieben sich, gründen zusammen das Label Merge Records (inspiriert von Labels wie Dischord Records aus Washington will man 7inches der eigenen Band und von Freunden veröffentlichen). Man wechselt den schrägen Drummer gegen einen lustigeren und kraftvolleren aus (Jon Wurster, der heute auch als Komiker unterwegs ist), geht auf Tour, spielt energetische und saumässig laute Gigs und macht mit Songs, die sich irgendwo zwischen The Replacements, Hüsker Dü und dem Power-Pop von The Mice bewegen, das Label Matador im fernen New York auf sich aufmerksam. Der Song «Slack Motherfucker» wird zum kleinen Indie-Hit, die ersten zwei Alben geben zusätzlich Schub.

Angebote von Majorlabels werden ausgeschlagen, stattdessen veröffentlichen Superchunk seit On The Mouth (1993) auch ihre LPs auf dem eigenen Label. Der Karren läuft wie geschmiert. Bis ins Jahr 1994, als sich Mac und Laura trennen. Doch statt Band und Label an den Nagel zu hängen, reissen sie sich zusammen und nehmen mit Foolish eine Platte auf, die eine Art Wendepunkt darstellt. Das Tempo wird gedrosselt, die Gitarren verspielter, der Gesang melancholischer. Superchunk haben ihre ureigene Nische gefunden, bewegen sich stilsicher zwischen Indie-Rock, Power-Pop, Post-Hardcore und College-Punk. «Hyper Enough» vom nächsten Album Here’s Where The Strings Come In (1995) wird zu einem mittelgrossen MTV-Hit und krönt die mittlere Schaffensphase von Superchunk.

Ab Indoor Living (1997) wird die Band experimenteller und erweitert die Instrumentierung um Synthies . Auf dem von Jim O’Rourke produzierten Album Come Pick Me Up (1999) kommen Bläser dazu und Mac entdeckt die Kopfstimme. Here’s To Shutting Up, das bezeichnend betitelte Album von 2001 das die 9-jährige Pause einleitet, flirtet schliesslich mit Alt-Country und ist das wohl «reifste» Werk im Superchunk’schen Schaffen.

2014 sind Superchunk wieder in Europa unterwegs und legen am Eröffnungsabend der Bad Bonn Kilbi einen beeindruckend energetischen Auftritt hin, der «chlöpft und tätscht». Zwei Stunden vorher haben wir die Gelegenheit ergriffen, ein paar Worte mit Sänger Mac McCaughan zu wechseln.

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Veröffentlicht am von Kilian Mutter in Neue Musik

Die Schweizer Kapitale Bern mausert sich in den letzten Jahren mehr und mehr auch musikalisch zur Hauptstadt. Der innovative Indie Pop aus dem Hause Oh, Sister! oder die Mundart-Revoluzzer Jeans For Jesus prägen die nationale Szene. Mit MUNGOCOBRA tritt nun ein weiterer spannender Act aus dem brodelnden Berner Untergrund hervor, dieses mal mit Klängen für den Club.

Deren erstes Release ist der tropisch gefärbte Track «COCOS», welcher durchaus das Potential hat, zum inoffiziellen Nachfolger des letztjährigen Sommerhits «Estavayeah» von Jeans For Jesus zu werden.

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MUNGOCOBRA bieten zusätzlich zur Originalversion des Tracks auch gleich alle Remixes umsonst an. Zu finden sind diese auf ihrer Webseite.

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Veröffentlicht am 16. Juni 2014 von Simon Gwinner in Video

Die Pariser Sänger- und Rapperin Bonnie Banane und der Produzent Waltaa zeigten schon letztes Jahr mit ihrem herrlichen 90’s R&B inspirierten Track und Video «Muscles» Sinn für Humor. Ihre neuste Kollaboration «Champs-Elysées» fährt auf gleicher Schiene. Mit einem Zitat aus Al Pacino Scarface beginnt die satirische Hommage an den Kommerz, Markenprodukte, Drogendealer und den 90er Jahre Stil. Der Track, sowie das dazugehörige Video durchbohren die moderne Jugendkultur richtiggehend.

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Musikalisch bietet «Champs-Elysées» einige unerwartete Wendungen und repräsentiert dank den sonderbaren und kitschigen Synthesizern auch den textlichen Inhalt «I don’t give a shit, I sell it» treu. (Auch wenn dazu mehrere Anläufe benötigt werden)

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Veröffentlicht am von Laurin Huber in Neue Musik

Nach ihrem tollen Debüt-Album Death Surf (erschienen 2012 auf Boring Machines) und einer Split-LP mit Ensemble Economique¹ veröffentlichte das in Rom sesshafte Duo Heroin In Tahiti kürzlich neue Musik auf dem für spannende Vinyl- und Kassetten-Erscheinungen bekannten Label Yerevan

Auf den beiden neuen Stücken – namentlich «Peplum» und «Alo», gepresst auf eine toll gestaltete 7″ – findet sich die eigenwillige, von früheren Produktionen der Band bekannte Mischung aus Elektronik, verschleierten Gitarren-Riffs (welche sich hie und da zu eigentlichen Soli ausweiten) und monotonen, aber dennoch treibenden Rhythmen aus Klick- bis Zisch-Geräuschen. Stark spürbar ist die Vorliebe und Faszination der beiden Musiker für Film-Soundtracks – seien es reale oder imaginäre. Anlehnungen an das Werk von italienischen Filmmusik-Produzenten – beispielweise Ennio Morricone (Bugsy, Cinema Paradiso, The Untouchables, …) – und vor allem auch die Musik in amerikanischen Gangster- und Kriminalfilmen finden sich an diversen Stellen im Schaffen von Heroin In Tahiti.

Peplum / Alo ist eine weitere tolle Veröffentlichung aus jenem Subgenre, dass der Journalist Antonio Ciarletta 2012 in einem Artikel im italienischen Blow Up Magazin «Italian occult psychedelia» nannte.² Die 7″ (YER007) ist limitiert auf 500 Stück und erhältlich via Bandcamp.

¹Der Amerikaner spielte übrigens kürzlich ein tolles Konzert im Klub Kegelbahn in Luzern. Mehr dazu findet man bei Interesse im aktuellen, vor wenigen Tagen bei Street Ball und Purple Lean getauften zweikommasieben Magazin (Ausgabe #9).

²Mehr dazu auch hier oder hier.

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Veröffentlicht am 13. Juni 2014 von Kilian Mutter in Neue Musik

In letzter Zeit machten Evje turbulente Zeiten und einige personelle Wechsel durch. Das hindert die Luzerner Düster-Pop Truppe aber nicht daran, mit der EP Still Before Chaos endlich neues Material nachzuliefern:

„You might know that Evje went through some changes during the past few months. However, we rather look into the future and tell you that Evje is ready to play concerts again and thinks about new material already.“

Auf 3 Songs, die mit ihren jeweiligen Titeln den Namen des ganzen Releases ergeben, pflügt sich Belia Winnewissers zauberhafte Stimme mit einer guten Portion Hall durch eine sphärische Szenerie an Synthesizer- und Samplerarrangements. Ob «Still», «Before» oder «Chaos», sie alle zeigen deutlich auf, wieso die Schweizer Musiklandschaft auf die Klänge einer solch talentierten Combo unbedingt angewiesen ist.

Still Before Chaos lässt sich auf Bandcamp zu einem Preis nach Wahl runterladen.

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