Veröffentlicht am 08.05.2014 von Laurin Huber in Neue Musik

Mit ihrer Mitarbeit bei Boredom, sowie bei dem von ihr initiierten Projekt OOIOO hat sich Yoshimi P-We seit den späten 1980er-Jahren einen Namen als eine der spannendsten Künstlerinnen Japans in Sachen experimenteller und improvisierter Musik gemacht. Unter letzterem Namen erschienen seit 1997 sechs Alben, zusätzlich mehrere EPs und Compilations.

Nun, mit mittlerweile 46 Jahren, hat P-We zusammen mit ihren MitmusikerInnen ein weiteres Werk aufgenommen: Gamel – der Albumname verweist auf Gamelan, eine Richtung der  traditionellen indonesischen Musik, mit der sich die Band über einen Zeitraum von vier Jahren intensiv beschäftigt hat – erscheint am 30. Juni auf dem US-amerikanischen Thrill Jockey Imprint.

«Atatawa» ist der erste Vorgeschmack auf Gamel – ein Stück, dass sich in typischer OOIOO-Manier nicht in Genre-Muster einordnen lässt, dass voll ist von schnellen, ungeraden, wirbligen Rhythmen, Gong- und Xylophon-Tönen, Gitarren-Noise und Gesang. Wie immer ist das Musik, die beim Anhören trotz ihrer (vermeintlichen) Unkonventionalität sehr eingängig und tanzbar ist – gleichzeitig aber auch wunderbar spannend und überraschend.

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Veröffentlicht am 6. Mai 2014 von Simon Gwinner in Neue Musik

Mit seinem Nu-Disco Banger «If It Wasn’t True» hat uns der erst 19-jährige Shamir schon unserer körperlichen Vollmacht beraubt. Vor kurzem erschien nun ein weiterer Track des aufstrebenden Sängers aus Las Vegas.

In «I Know It’s A Good Thing» verschwindet Shamir in einer minimalistischen, Funk-orientierten Pop-House Kulisse. Trotz relativ tiefem Tempo liebäugelt er deutlich mit dem Dancefloor und auch von seinem näselnden Gesang, sowie den eingängigen Lyrics bekommen wir nicht genug.

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Dieser neue Track kündigt gleichzeitig auch Shamir’s Debüt Northtown EP an, welche am 11. Juni über das Label Godmode erscheinen wird.

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Veröffentlicht am von Kilian Mutter in Review

Tatort: Spielwiese. Vergehen: Missbrauch der Spielgeräte. Täter: Merrill Garbus. Verdikt: Freipass.

Wer könnte die Jury nach dem Hören des neuen tUnE-yArDs Albums Nikki Nack bei dieser Entscheidung nicht unterstützen? Und sowieso: Die Spielwiese, die befindet sich nur in der Imagination von Merrill und ist somit keinen Regeln unterworfen. Von Zwängen völlig losgelöst zeigt sie sich auf ihrem neusten Album dann auch.

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Die Songs sprühen vor Innovation, Ungezwungenheit und Lebensfreude und kommen einem Frühlingsnachmittag auf der Wiese im Park gleich. Kindergeschrei, bunte Bälle in allen Grössen, herausfordernde Spielgeräte und schlussendlich Mütter, die das Geschehen ab und an mit viel Erfahrung zu beruhigen wissen. Nikki Nack vermag mit seinem hyperexperimentellen Indie Pop die grossen Fussstapfen seines vielgelobten Vorgängers w h o k i l l zu füllen und geht munter weiter in Richtung Zukunft.

Das neue Album wird heute auf 4AD veröffentlicht.

(Review ursprünglich erschienen auf Radio 3FACH)

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Veröffentlicht am von Kilian Mutter in Neue Musik

Tyler Zypreska ist 31Ø8, ein schier ungoogelbarer junger Musiker aus London. Auf dem verlässlichen Chicago-Label Trouble In Mind hat er vor wenigen Tagen sein erstes Album veröffentlicht. Stellvertretend für sein solides Debüt, das sich zwischen Indie Rock, Pop-Punk und Lo-Fi einordnen lässt, steht das rohe «Ease Up». Diesen kannst du dir hier sofort auf deinen Computer laden.

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Veröffentlicht am 2. Mai 2014 von Simon Gwinner in Neue Musik

Um die Johannesburger Alt-Rock Band BLK JKS wurde es nach ihrem Debütalbum After Robots im 2010 ziemlich ruhig. Ein Jahr drauf folgte zwar noch eine weitere EP Zol!, doch dann nahmen die Nebenprojekte wie z.B. das DJ Projekt BLK JKS SNDSYSTM, rund um den Drummer Ramoba und Gitarrist Mcata oder die Produktionsarbeiten für die südafrikanische Musikerin Moonchild Überhand.

Nach knapp 4 Jahren haben sich die Black Jacks wiedergefunden. In frischer Formation, mit einem neuen Saxophonisten und Trompeter haben sie vor kurzem eine neue eindringliche 10-minütige Demoversion veröffenlicht.

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Das verzerrte «Nare» bricht ein weiteres mal jede Genrebarriere. Schrillende Blechinstrumente, energiegeladene Gesangsstrukturen und experimentelle Glitches entfalten eine aufdringliche Soundlandschaft. Ein neues Album kündigen BLK JKS zwar noch nicht an, diese neue musikalische Richtung verspricht aber schon einiges.

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Veröffentlicht am von Kilian Mutter in Neue Musik

Viele Worte wollen wir über die neue Monster Rally EP gar nicht verlieren. Es ist eine jener Mini-Sammlungen an Songs, die, bei der Coverauswahl beginnend, ganz für sich selbst zu sprechen wissen. Sunflower ist eine weitere Glanzleistung des Produzenten und Künstlers aus Los Angeles, der sanfte Hip-Hop-Beats mit exotischen Samples und Bruchstücken von traditionellen Songs in Einklang bringt.

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Die gesamte EP, die einem auf eine Reise durch das Land der untergehenden Sonne mitnimmt, gibt es als Download für den Preis deiner Wahl auf Bandcamp.

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Veröffentlicht am 1. Mai 2014 von Laurin Huber in Konzert

Die «offene Beziehung» zwischen dem Luzerner zweikommasieben Fanzine (nebst dem eigenen Medium vor allem bekannt für tolle Klub- und Ausserklub-Aktivitäten in Luzern und Zürich), Leisure Options (hinter dem Synonym steckt der Wahl-Basler Marc Schwegler vom Duo Hood Regulators) und dem Krienser Kulturhaus Südpol trägt ein weiteres mal Früchte: Nach dem Ende letztes Jahr in dieser Zusammensetzung ein Abend mit Dean Blunt (Ex?-Hype Williams) präsentiert wurde, hat man für kommenden Freitag mit Kassem Mosse, Torn Hawk und DJ Spider gleich drei international renommierte und mit Spannung verfolgte Künstler nach Kriens eingeladen.

Gunnar Wendel, der Mann hinter dem Projekt Kassem Mosse, residierte bereit 2012 im Südpol, damals als Gast der Reihe «Been There Done That». Man mag sich an diesen Abend vielleicht noch im Zusammenhang mit einer «rasigen» und im Anschluss heiss diskutierten Plattentaufe im selben Gebäude erinnern. Bei Kassem Mosse hat sich seit 2012 nicht all zu viel verändert – und eben doch einiges. Noch immer produziert der Deutsche seine von Sperrigkeit, Intensivität und einer gewissen Strenge geprägte elektronische Musik mit unorthodoxem Ansatz – House trifft es wohl am ehesten, nur halt nicht im klassischen Sinn. Mit der Veröffentlichung von Workshop 19 (erhältlich als Doppel-LP via Workshop) machte Wendel dieses Jahr aber auch den Schritt vom Single- und EP- zum Album-Format.

Als glückliche Fügung lässt sich bezeichnen, dass neben Mosse am selben Abend auch der US-amerikanische Produzent und Videokünstler Luke Wyatt alias Torn Hawk – vor allem bekannt für seine Veröffentlichen auf dem New Yorker L.I.E.S. Imprint – und sein Landsmann DJ Spider, der Betreiber des New Yorker Labels Plan B Recordings, verpflichtet werden konnten. Eine Veranstaltung, die überaus toll und interessant werden könnte. Wow, so amaze, such music…

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Wir verlosen 1×2 Tickets für Kassem Mosse, Torn Hawk und DJ Spider im Südpol. Um zu gewinnen, schreibe eine E-Mail mit dem Betreff «Yes please» an kontakt@orangepeel.ch. Mehr Informationen zum Anlass von morgen Freitag findest du hier und hier.

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Veröffentlicht am von Simon Gwinner in Review

Low Leaf zählt als eine der vielversprechendsten neuen Talente, die LA gerade zu bieten hat. Diese Woche erschien ihr erstes richtiges Album AKASHAALAY – ein spirituelles Klangfest!

Die Singer/Songwriterin, Multiinstrumentalistin, Producerin und Beatmakerin mit philippinischen Wurzeln sorgt schon seit 2011 mit einer Serie an selbstreleasten Minialben für Aufsehen. Im 2012 besuchte sie ihr Heimatland, die Philippinen. Die mystischen Geister, die grünen Wälder und heiligen Hügel liehen ihr Inspiration und Orientierung für ihr erstes richtiges Studioalbum AKASHAALAY. Ein Album das als spirituelle Homage an ihre Heimat gedacht ist. Angelica Lopes aka Low Leaf ist ein wahres Multitalent. Sie spielt Harfe, beherrscht die Gitarre, weiss wie man gefühlvolle Klänge aus dem Klavier kitzelt und hat eine Vorliebe für elektronische Beats. Auch ihre Stimme setzt sie gekonnt in ihren experimentellen Soundcollagen in Szene. Ein organisiertes Chaos mit Glitchtexturen und hyperaktiven Rhythmen aus fremden Klanglandschaften. Eine Fusion aus traditionellen Folk-Bruchstücken, zeitgenössischen Beatproduktionen, organischen Jazz-Akkorden und einem deutlichen psychedelischen Einfluss.

AKASHAALAY widerspiegelt diese Vielfalt an Inspiration, sowie Low Leafs kompositionelle Skills. Es ist ein 30-Minütiges Fantasiegebilde fern von Realität trotz zeitnahen Sounds. «Set Me Free» versetzt zärtliche Klaviertöne in eine von Filter und Glitches überzogene Soul Nummer, ein Mischwerk aus Erykah Badu ähnlichen Gesangseinlagen und Swindle’s moderner Interpretation von Jazz. Auf «Slaveless Master» zeigt Low Leaf ihre verletzliche, zierliche Seite. In «Bahay Kubo», ein traditionellen philippinischen Folksong, holt sie Erinnerungen an ihre Kindheit in die Gegenwart und in «Rise Up» belebt sie mit ihrer atmosphärischen Stimme den philippinischen Geist wieder.

Low Leaf gelingt mit AKASHAALAY eine schräge, verdrehte, aber vor allem wundervolle Hommage an ihre Heimat und ein Sommersoundtrack für Experimentierfreudige. Das ganze Album, welches via Fresh Selects erschien, kann man sich bei uns anhören und sich von Low Leaf’s einzigartigen Soul verzaubern lassen.

(Bild: @isipanini)

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