Veröffentlicht am 12.12.2013 von Simon Gwinner in Neue Musik

Viel ist über den Bedroom R&B Producer Ben Khan noch nicht bekannt, trotzdem entfacht der Londoner mit jedem neuen Track, den er ins Netzt stellt ein kleines Blogfeuerwerk. Das seine minimalistisch aufgebauten Beats mit den diversen Gitarren und Synthmuster sowie dem R&B Gesang gerne und immer wieder mit Jai Paul verglichen werden ist zwar verständlich, trotzdem findet man bei Ben Khan noch immer diese eigene Note, welche ihn von seinem Landgenossen abhebt.

Der Bedroom Soul von Bed Khan setzt sich durch sanft aufeinander gesetzten Soundebenen auf Soundebenen zusammen. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig, Ben Khan vermischt genau die richtige Einheit an Break-Beat-artige Drumpatterns, griffige Funkriffs und Elefanten-inspirierte Synthklänge. Und genau mit dieser minimalen Patchwork-Mischung gelingt es ihm uns wachzurütteln und nach mehr zu betteln.

Ben Khan macht Appetit auf mehr, spätestens mit seinem erst kürzlich veröffentlichten Track «Savage». Ein richtiger Release von diesem Soul-R&B Producer lässt aber noch auf sich warten. Allerdings sollte man ihn für nächstes Jahr im Auge behalten und wenigstens müssen wir bei dem Herrn nicht ganz so lange auf weitere Tracks hoffen wie bei Jai Paul, der uns innerhalb der letzten drei Jahre ’nur‘ mit drei Tracks beglückte…

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Veröffentlicht am 1. Dezember 2013 von Kilian Mutter in Review

Mutual Benefit ist das Projekt des nomadisch lebenden Amerikaners Jordan Lee. Zwischen Ohio, Boston und Brooklyn pendelnd hat er vor kurzem sein Debutalbum „Love’s Crushing Diamond“ veröffentlicht. Darauf frönt Lee simpel gestricktem Folk, der beim ersten Durchhören ziemlich harmlos zu wirken scheint.

Diese Harmlosigkeit, welches anderen Alben dieser Art das Prädikat „belanglos“ einbringen würde, macht „Love’s Crushing Diamond“ zu einer warmherzigen Perle. Die Songs tönen seltsam vertraut und eingängig und doch laden sie mit einer unerwarteten Tiefe zum wiederholten Eintauchen ein. In einer Zeit, in der alle Musiker verkrampft gegen den Strom zu schwimmen versuchen, paddelt Mutual Benefit locker stromabwärts und geniesst die Freiheiten, die sich im dabei bieten.

VÖ: 3. Dezember 2013
Label: Soft Eyes Records

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Veröffentlicht am 25. November 2013 von Simon Gwinner in Review

Aus dem kleinsten Bundesstaat der Vereinigten Staaten Rhode Island kommt der 25-jährige Producer James Hinton aka The Range. Vor kurzem veröffentlichte er sein Debütalbum Nonfiction, welches man mit gutem Gewissen zwischen die Werke von Four Tet oder Caribou einreihen kann.

Zu Schulzeiten war James Hinton noch unter dem Moniker «Stegosaurus» bekannt und seine Musik war stark inspiriert von der Baltimore Clubmusik. Ein Stil, den man auch noch heute in seinem aktuellen Projekt The Range raushört. Diese gewissen Bmore-Breakbeat Rhythmen und Harmonien verwandeln sich bei seinem neuen Projekt mit Footwork und Jungle Einflüssen zu einer dynamisch, warmen Synthgeysire.

«The Range», «Nonfiction» und das Cover seines Debütalbums sehen auf den ersten Blick eher trüb, düster und stur aus, die 11-Tracks auf der Scheibe klingen jedoch genau im Gegenteil gefühlvoll, warm und ab und zu ziemlich optimistisch. Die warmen Synths, Piano-House-Klänge und die 4/4 Beats bilden eine atmosphärisch-spannend-aufgebaute Welt, in welche man sich erst mal einlassen muss, bevor man dann nicht mehr so schnell wieder von ihr loslassen will.

Highlights auf dem Album sind auf alle Fälle «Jamie», «FM Myth» und vor allem «Metal Swing». All diese Tracks sind, im Gegensatz zu den übrigen Tracks, rund um Vocal Samples aus Youtubevideos gebastelt. Und im Vergleich mit anderen aktuellen Houseproduktionen, welche mit gesammelten Vocalsampels arbeiten, diese zerhacken, zerschneiden und wieder einfügen, lässt The Range diese Stimmen in vollem Zug zu Wort kommen. Alltagsprobleme von unbekannten Personen werden in den Mittelpunkt gezogen und geben den ausgeklügelten Melodien eine gewissen melancholischen Touch.

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James Hinton’s Debütalbum «Nonfiction» stellt einen hypnotisierender Soundtrack dar, ist für den Hörer hie und da anspruchsvoll und weder für gemütliche Abende noch für Dancefloor-Showdowns geeignet, öffnet jedoch mit jedem Play neue Soundebenen, welche es erst mal zu entdecken gibt. Ein Album das beim durchhören manchmal in regelmässigen, manchmal in unregelmässigen Abständen, jedoch spätestens beim letzten Track «Metal Swing», zur wohlverdienten Eruption gelangt.

Das ganze Debütalbum «Nonfiction», welches über das Label Donky Pitch erschienen ist, kann man sich hier in voller Länge zugute tun.

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Veröffentlicht am 18. November 2013 von Simon Gwinner in Review

Connan Mockasin weiss wie mit seinem Scharm umzugehen. Als er vor einen Monat die Zürcher und Luzerner zu Engelschören verwandelte, alle, auf seine Bitte, sich auf dem Konzertboden gemütlich gemacht haben um diese mit seiner sanften, schrägen Stimme in tiefe Träume zu versetzten oder sich sein Gefolge zu miauenden Backgroundsängern verpflichteten. Klatschen war übrigens verboten, Connan mag’s lieber ruhig, Finger reiben und so und wenn dann höchstens ganz leise mit den Fingern schnipsen. Jedenfalls verbreitete Connan mit seiner Band eine wunderbare, schräge, ziemlich intime und fast schon tropische Stimmung.

Jetzt ist endlich der Nachfolger von seinem schrulligen psych-pop Debütalbum «Forever Dolphin Love» erschienen. «Caramel» heisst Mockasin’s neustes Werk, handelt, wie man annehmen kann, vom Caramelgefühl, aber auch eine Reise nach Japan hat den Kiwi ziemlich inspiriert und die Krankheit seines Vaters versucht er im seinem neusten Werk zu verarbeiten.

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Bei Opener «Nothing Lasts Forever» kann man sich schon mal von der aktuellen Umfeld verabschieden und wird von Connan Mockasin in seine eigene kleine Galaxie verführt. In «I’m The Man, That Will Find You», wickelt der Neu Seeländer jedes Mädchen Herz an sich. «I Wanna Roll With You» schliesst das Album und die Reise mit Connan Mockasin ab und fühlt sich an wie die letzten Momente vor einem wohlfühlenden tiefen Schlaf, getragen von Dunst und Nebel.

[fap_track url=“https://soundcloud.com/connanmockasin/connan-mockasin-do-i-make-you“ title=“Do I Make You Feel Shy?“ title=“Do I Make You Feel Shy?“ share_link=““ cover=““ meta=““ layout=“list“ enqueue=“no“ auto_enqueue=“no“]

Mockasin’s Stimme ist voller Charakter seine Songwriterkünste sind magisch und die Melodien darunter fühlen sich an wie ein flauschiger Teppich mit im Hintergrund klimpernden langsamen, sanften Jazzakkorde mit viel Hall. «Caramel» funktioniert teilweise, bei den Grooves ohne Gesang («It’s Your Body 1-5»), fehlt das Gewisse etwas was eben Mockasin’s psychedelische soul-pop ausmacht. Bei den anderen Tracks schmelzt man dagegen nur so dahin und möchte nicht so schnell von diesem sanften Rauschzustand erwachen.

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Veröffentlicht am 8. November 2013 von Simon Gwinner in Review

HAIM kommen aus Los Angeles und musizieren schon seit sie ganz klein sind zusammen. Alles hat angefangen mit Rockinhaim, eine Coverband der drei Schwestern mit ihren beiden (musikfaszinierten) Eltern. Darauf folgte Valli Girls, in welcher sie eher als Instrument der Musikbranche dienten.

Wie sie jedoch dem Magazin Fader verrieten, war das nicht so ihr Ding. Sie wollten sich von diesen vorgeschriebenen Songs trennen, selber musizieren, ihr Ding durchziehen, so wie man das halt will, wenn man in die Pubertät kommt. Este, Alana und Danielle entschieden sich zu HAIM und nach 5 Jahren recorden und zusammen unter ihrem eigenen Ding musizieren, erschien ihre erste EP «Forever» – und mit dieser begann auch schon das Blogosphäre Feuerwerk.

[fap_track url=“https://soundcloud.com/haimtime/haim-dont-save-me“ title=“Don’t Save Me“ title=“Don’t Save Me“ share_link=““ cover=““ meta=““ layout=“list“ enqueue=“no“ auto_enqueue=“no“]

Einprägsame Rhythmen, upbeat Pop-Sensibilität, ein bisschen Rock’n’Roll und die fast schon Girlband mässige 3-Gesangs-Harmonien machen den Sound von HAIM zu einen unerwarteten Ohrschmauss. Trotz ihren vielen Inspirationsquellen aus 60’s Surfrock, klassischem Rock aus den 80ern und nervösem 90’s R&B kopieren sie diese nicht, sondern verschmelzen diese Genretypen zu ihrem eigenen, natürlichen Sound.

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Vor kurzem erschien ihr Debütalbum Days Are Gone. Dieses klingt wunderbar, unerwartet, lässt Eltern in alten Zeiten schwelgen und gleichzeitig Gleichaltrige in noch unbekannte Musikgewässer springen. Die einfachen aber nahen Hooks verwandeln sich mit sprunghaften Beats und den übercatchy Rhytmen zu einem erfrischenden Mix mit wenig Ecken. Zwar klingt das Debütalbum im ganzen, zu klar und poliert, manchmal fast schon überproduziert, trotzdem spürt man das gewisse California-feeling und die lockere und fröhliche Grundhaltung der drei jungen Musikerinnen und Schwestern, welche im Gesamten die Musik von HAIM ausmacht. Und vieleicht stellen HAIM einfach die neue, moderne Girlband dar, weg von all dem Schnickschnack, zurück zur Natürlichkeit, dem wir und ich, in welche Rolle sich jeder versetzten kann.

Das sie das Covern von Liedern nicht verlernt haben, beweisen sie mit dieser gelungenen Version von Miley Cyrus Wreckin‘ Ball, zwar ohne nackte Haut und Hammer lecken, dafür mit viel Gespür wie gute Musik klingen sollte.

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Veröffentlicht am 23. Oktober 2013 von Kilian Mutter in Playlists

Einmal mehr fasst unsere Playlist den zu Ende gehenden Monat musikalisch zusammen und bietet dir eine Auswahl von den Songs, die uns im Moment begleiten, begeistern und prägen:

  1. Enigma, Your Eyes! Optimistic Yellows
  2. Ezra Furman My Zero
  3. Kishi Bashi Philosophize in it! Chemicalize with it!
  4. Gang Colours Why Didn’t You Call? (feat. Lulu James)
  5. Courtney Barnett Avant Gardener
  6. Forest Fire Alone With The Wires
  7. Deptford Goth Bloody Lip
  8. Kelley Stoltz Kim Chee Taco Man
  9. Said The Whale I Love You
  10. Streets Of Laredo Need A Little Help
  11. taxes Over The View
  12. HAERTS Hemiplegia
  13. Wild Ones Curse Over Me
  14. Grooms I Think We’re Alone Now
  15. ladada comets
  16. Crystal Antlers Licorice Pizza
  17. Bent Denim Periodic Table
  18. PINS Get With Me
  19. Squarehead 2025
  20. Kurt Vile Feel My Pain
  21. Blank Maps Calm
  22. Obits This Must Be Done
  23. Twin Peaks Ocean Blue
  24. The Band In Heaven Dandelion Wine
  25. Eagulls Nerve Endings
  26. Hookworms Away / Towards
  27. Party Supplies Tough Shot
  28. Oddisee Own Appeal
  29. Danny Brown 25 Bucks (feat. Purity Ring)
  30. A$AP Ferg Shabba (feat. A$AP Rocky)
  31. Mickey Avalon I Get Even
  32. High Water Someday
  33. Brothertiger In Mind
  34. Ben Khan Eden
  35. DARKSIDE Paper Trails
  36. Four Tet Parallel Jalebi
  37. Ta-ku Krule Love

link | guerolitoplaylist 10|13

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Veröffentlicht am 24. September 2013 von Simon Gwinner in Review

Vor kurzem hat Gang Colours endlich sein Nachfolger von seinem Debütalbum The Keychain Collection veröffentlicht. Invisible In Your City heisst das Ergebnis von vielen Jahren basteln und verfeinern mit frisch geformten Ideen. Invisible In Your City hat hüpfende Beats, welche sich innerhalb von ein paar Momenten in, in schlaf wiegende Produktionen verwandeln lassen, welche auch das Saxophon nicht verabscheuen. Ein Album welches gepackt ist mit viel Liebe und Emotionen und diese über Kopfhörer oder Stereoboxen auf den Hörer übertragen. In den Worten von Gang Colours soll sich jede Person selber ein Bild von seiner Musik machen, und zwar mehr von dem was sie hören als was er probiert in seinen Texten zu vermitteln.

Home ist ein Song der das ganze Album ziemlich gut wiederspiegelt und im frühen Prozess des Albums schon ready für die Masterspur war. Home sowie eigentlich das ganze Album lebt von einer gewissen Einfachheit, welche aber nicht langweilig wirkt und sich mit klever, kombiniertem Melodien (und dem wimmernden Saxophon im Hintergrund) verkuppelt. Doch auch komplexere Melodien, welche fast schon chaotisch klingend sind auf Invisible In Your City zu hören. River For Dinner als Beispiel schwebt trotz seiner Nervosität noch irgendwo in der Trance herum.

Im Gesamten ist Invisible in your city ein zärtliches, Elektro-flimmerndes Album, welches umso tiefer man in die Klangwelt von Gang Colours eintaucht, umso mehr, sich zu einem kleinen, luftigen, durchdachten Kunstwerk entfaltet. Ein Kunstwerk, welches immer von der Stimme von dem aus South Hampton stammenden Will Ozanne aka Gang Colours begleitet wird, jedoch ab und zu ein bisschen weniger Gesang vertragen würde und dafür (noch) mehr die ausreichend, vielfältigen Melodien sprechen lassen würde.

Invisible In Your Dreams als Albumstream gibt’s auf Bandcamp.

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Veröffentlicht am von Kilian Mutter in Playlists

Einmal mehr fasst unsere Playlist den zu Ende gehenden Monat musikalisch zusammen und bietet dir eine Auswahl von den Songs, die uns im Moment begleiten, begeistern und prägen:

  1. Dead Gaze Yuppies Are Flowers
  2. Caged Animals The Sound Of Thunder
  3. Föllakzoid 9
  4. Cosmonauts What Me Worry
  5. Los Campesinos! What Death Leaves Behind
  6. Zachary Cale Wayward Son
  7. The Lonely Forest Warm/Happy
  8. Vintage Moon Tyro
  9. Terry Malts The’yre Feeding
  10. Golden Suits Swimming In ’99
  11. High Highs A Real Hero (College Cover)
  12. Aloa Input Prblms
  13. The Burlies The Ocean
  14. Surf City NYC
  15. Little Big League My Very Own You
  16. The Blow Make It Up
  17. Mazes Hayfever Wristband
  18. Typhoon Dreams Of Cannibalism
  19. ARMS Comfort
  20. Orca Orca Climb
  21. future Citizen
  22. SUN CLUB Beauty Meat
  23. A Grave With No Name Aurora
  24. Tropic Harbour Golden Rays
  25. Son Lux Lost It To Trying
  26. Cage The Hunt
  27. Meanest Man Contest In The Dark
  28. Isaiah Rashad I Shot You Down
  29. Holy Ghost! Okay
  30. Nightmares On Wax Be, I Do
  31. Larry Gus The Sun Plagues
  32. Factory Floor Turn It Up
  33. Lemonade Skyballer
  34. Floridas Destination
  35. Devendra Banhart Golden Girls (Hauschka Mix)
  36. Kruse & Nürnberg & Polargeist Good Times
  37. Daedalus -ísimo

link | guerolitoplaylist 09|13

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