Orange Peel Autumn Mixtape 2015

Während der jeweilige Sommersoundtrack (Empfehlung hier: Orange Peel Summer Mixtapes) mehr zu einem schönen Begleitmedium

Während der jeweilige Sommersoundtrack (Empfehlung hier: Orange Peel Summer Mixtapes) mehr zu einem schönen Begleitmedium verkommt, so sind es oft jene Songs, die man zu nebeligen Herbstzeiten und in der nahenden Winterdepression hört, die sich tief in unserem Unterbewusstsein einnisten und unweigerlich mit der Jahreszeit verbunden bleiben. Das erste Orange Peel Autumn Mixtape stellt einen Versuch dar, ebendiese Tage musikalisch zu untermalen, ein gut gemeinter Vorschlag, der vielleicht bald nicht mehr nur der Soundtrack des Autors ist.

Zu finden auf Spotify, Soundcloud und hier als Gratisdownload, fangen die folgenden 20 Songs mit folkiger Melancholie, sphärischer Electronica und einer Prise schweren Beats den Herbst ein.

Direkt aus seinem Schlafzimmer eröffnet der junge US-Amerikaner Conner Youngblood mit einer Folk-Pop Perle das erste Herbstmixtape.

Die Stimme von Julien Baker bewegt sich zwischen Reibeisen- und Engelsgesang. Kein Wunder: Mit diesem Song verbindet sie Trauer über Vergangenes mit gerade noch genügend Hoffnung für die Zukunft.

Der Schwede Daniel Norgren könnte der Bruder des Tallest Man On Earth sein, einfach mit weniger Pathos und stärkerer Naturverbundenheit. Der Song stammt ab seinem aktuellen Album Alabursy.

«Tennessee» von Allan Rayman klingt nach Heimat, nach verflossener Liebe und dem Blick nach vorne, verpackt in souligen Hip-Hop.

Molly Nilsson sinniert über das Jahr 1995, das für sie von besonderer Bedeutung zu sein scheint: «windows 95, is only a metaphor for what I feel inside».

Im Herbst braucht es manchmal nicht mehr als ein Instrument, welches den Hörer einzulullen vermag. Im Falle der unglaublich talentierten Französin Colleen ist es das Cello, lediglich ergänzt durch Loopgeräte.

Die Songs des Kanadiers Andy Shauf klingen oft so, als ob Elliot Smith gemeinsam mit Angelo Badalamenti und David Lynch den Twin Peaks Soundtrack eingespielt hätte. ‚Nuff said.

Vom einen Elliot hatten wir es gerade, der nächste folgt sogleich: Dieser verbindet auf seinem Debütalbum moderne R’n’B Einflüsse mit folkigen Singer-Songwriter Strukturen.

Auch die sonst eher gut gelaunt musizierenden Ultimate Painting finden sich mal in einem Loch wieder. Mit dieser Lo-Fi Pop Nummer verarbeiten sie eine solche Situation.

Enemy Airships «False Economy» könnte gerade so gut auf einem Sommermixtape Platz finden, macht sich mit seinem hallenden Gitarren Pop aber auch im Herbst extrem gut.

Der Post-Punk der Kanadier Ought und der unverkennbare Storytelling-Gesang von Tim Darcy vertonen keine Jahreszeit passender als die jetzige.

Das gemeinsame Album von Ry Cuming (Ry X, The Acid) und Frank Wiedemann (Âme) ist ein absoluter Ohrenschmaus. Schwere, dumpfe Electro-Beats gepaart mit Rys gehauchtem Gesang.

Für die Schweizer Vertretung auf dieser Playlist zeigen sich einmal mehr die Silver Firs aus Bern und Luzern verantwortlich. Ihre Ode an Nordafrika – «Danse Macabre» – hat eine geradezu hypnotische Wirkung.

Anfang dieses Jahres veröffentlichten Siskiyou auf Constellation Records ihr starkes neues Album, das aber leider erst jetzt, in der kälteren Jahreszeit, wieder den Weg zurück auf die Plattenspieler und Boxen findet.


Um Bob Moses kommt zurzeit kaum ein interessierter Musikhörer herum. Ihr Song «Writing On The Wall» umgarnt mit wabernder Orgel, ganz im Stile eines Chet Faker. Melancholie pur.

Auch HÆLOS befinden sich zurzeit auf dem schnellen Weg nach oben. Zurecht: Der von Portishead und Massive Attack beeinflusste Sound bleibt zu keiner Zeit nur blosser retro chic.

Schon ihr Cover von Kate Bushs «Running Up That Hill» entpuppte sich 2007 als perfekter Herbstsoundtrack. Mit einer für sie typischen Version von «Girls Just Wanna Have Fun» glückt CHROMATICS das Kunststück ein zweites Mal.

Der New Yorker Rapper Galcher Lustwerk macht sich einen Namen, indem er über an den 80ern orientierten House-Beats rappt. Dunkle Nacht und die Stimmung einer Grossstadt im Nebel lagen noch nie so nahe beieinander.

Auch das Rap-Untergrundphänomen Bones, hier im Zusammenspiel mit dem Produzenten Drip-133, mag schwere Beats und genuschelte Rhymes. Das Mixtape neigt sich hörbar dem Ende zu.

Nicole Dollanganger ist sowas wie die Ziehtochter von Grimes, welche die junge Dame aus Ontario für ihr neues Label Eerie Organization unter Vertrag genommen hat. Minimalistischer, ja gar gespenstiger Pop zum Abschluss.

Download | Orange Peel Autumn Mixtape 2015