Indigo De Souza: I Love My Mom

In I Love My Mom vermitteln Indigo De Souza den ganzen Fächer an nostalgischen Gefühlen des Erwachsenwerdens.

Der Januar lässt nochmal Zeit zurück zu schauen, auf das, was man womöglich im vergangenen Jahr versäumt hat. Auch das im letzten Jahr erschienene Album I Love My Mom von Indigo De Souza gewährt einen solchen Einblick, zwar nicht auf das letzte Jahr, sondern auf die wunderschönen und manchmal komplizierten Jahre des Erwachsenwerdens.

Indigo De Souza verbinden in ihrer Musik den 90er Garage-Pop mit einer emotionalen und sehr ehrlichen Soft-Punk-Attitüde, welche man in den letzten Jahren von Bands wie Pinegrove oder Angel Olsen wieder lieben gelernt hat. Mit den nüchternen Worten „This is probably how I get myself killed“ beginnt das Trio aus Asheville, North Carolina ihr Debütalbum. Worte, die von ihrer Zweideutigkeit leben und die Stimmung des Jungseins, auch auf den folgenden 9 Songs, unterstreichen. Auf dem Debütalbum wird der jugendliche Leichtsinn mit seinen Höhen und Tiefen beschrieben und gesammelte Erfahrungen auf dem Weg zum Erwachsenwerdens thematisiert. Es sind persönliche Geschichten, die von detaillierten Gedanken und Beschreibungen leben, während sie musikalisch von rauen Gitarren und ausufernden Schlagzeug-Rhythmen begleitet werden.

In «Take Off Ur Pants» geht es um intime Erlebnisse, gezeichnet von einem gewissen gesellschaftlichen Druck. In «Sick in the Head» besinnt sich De Souza zurück auf die jugendliche Rebellion, wie beispielsweise dem unbefugten Betreten von Gebäuden. Weniger rebellisch, dafür selbstbestimmter klingt der Song «Home Team», der sich mit dem sich Widersetzten jeglicher Normen befasst. In «Ghost» dagegen nimmt sich der subjektive Blick dem eigenen Wandel an und «Sick in the Head», sowie «The Sun is Bad» sind Liebes- respektive Trennungslieder.

Auch im letzten, akustisch gehaltenen Song des Albums – «I Had to Get Out» – wird das Gefühl des Erwachsenwerdens mit all seinen rebellischen, schönen, einsamen und vor allem emotionalen Seiten genauer unter die Lupe genommen. Es sind diese Erfahrungen, welche Indigo De Souza mit ihrer gereiften Stimme zu vermitteln meistert und die Wucht an Emotionen, welche den Hörer zum Schmunzeln und Weinen bringen.

Indigo De Souzas Debütalbum I Love My Mom erschien letzten Juni über das Label Sub-Fi Records.

Veröffentlicht am 11. Jan 2019