iZNiiK «bliss»

Wer oder was hinter iZNiiK steckt, wird auch mit «Bliss» nicht aufgelöst. Wie ein aufregender Pophit klingen muss dagegen schon.

Die Debüt-EP EP1 der Produzenten*in iZNiiK erschien vor zwei Jahren. Auf dieser verzehrt und verdreht iZNiiK Audiosamples aus Filmen, Interviews und Youtube, bedient sich freizügig der aktuellen Popkultur und zermatscht diese zu einem energiegeladenen R&B / Future-Funk Mix. Die Songs fühlen sich an wie Mash-Ups aus bekannten Songs und Samples, welche sich bereits im Gehör eingenistet haben. Auch die beiden folgenden EPs EP2 und EP3, welche letztes Jahr erschienen, bauten auf dieser, fast algorithmischen, Geheimformel auf. Doch wer steckt hinter dem Pseudonym? Eine Internetfigur à la Miquela, die das Beste aus dem aktuellen Pop-Geschehens zusammen mixt, Burial mit neuem Pseudonym, eine ausgefuchste Marketingstrategie eines Majorlabels oder doch ein/e aufstrebende/r neue/r Bedroom-Produzent*in?

Vor kurzem erschien die neuste Single von iZNiiK. Auch die beantwortet diese Frage nicht, verschmilzt jedoch wiederum unterschiedliche Einflüsse und Samples zu einem ansteckenden Mix, der durch seine schrullige und gleichzeitig betörende Gesamtkomposition überrascht.

Aufbauend auf einem R&B-Sample, das von Frank Oceans letztem Album Blonde stammen könnte, mit Audiosnippets über das aktuelle Weltgeschehen und begleitet von Orgelklängen, wandelt sich «Bliss» in einen verspielten Beat, der nach zwei Minuten von einem neuen Akt unterbrochen wird. Dieser klingt stark nach Diplo, heizt mit Dub-Rhythmen, störanfälligen Flötensamples und „Pull-Up“ Versen auf und fadet erst kurz vor Schluss wieder zurück in den ruhigeren ersten Akt der Stückes. Was bleibt, sind viele offene Fragen und ein gewaltiger Ohrwurm.

«Bliss» erschien über das Label OCDC Music & Awal Recordings.