Mehr Posts in Swiss Sounds

Veröffentlicht am 10.04.2018 von Simon Gwinner in Neue Musik, Swiss Sounds, Video

„Support your locals“ schreibt die Berner Rap-Formation S.O.S auf ihrem Facebook Profil zur neusten Single von COBEE. Auch wir haben uns mit der Kategorie Swiss Sounds vorgenommen, vermehrt über bessere Schweizer Musik zu schreiben und der Rapper aus Bern ist sicherlich eines dieser jungen Talente, die man im Auge behalten sollte.

COBEEs «Trink Mit Mir» spielt mit undeutlichem und von Auto-Tune gefärbtem Gesang, ähnlich jenem von Lokalmatador Pronto, mit amerikanischen New School Einflüssen und den noch nicht zu poppigen Bassklängen von Vic Mensa. Der Song handelt von einer Klubnacht und passt ganz gut in die frühen Morgenstunden einer durchtanzten Nacht.

Hinter den Beats von COBEEs «Trink Mit Mir» steckt Questbeatz. Die Single erschien oder erscheint noch über das Netzwerk S.O.S Worldwide.

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Veröffentlicht am 9. März 2018 von Simon Gwinner in Review, Swiss Sounds

Kaum ein Schweizer Act hat letztes Jahr so polarisiert wie Crimer. Seine exzentrischen Tanzschritte animieren bei meist ausverkauften Konzerten zum Nachmachen, sein Schwiegersohn-Look beglückt die LeserInnen der Schweizer Illustrierte und seine Hit-Singles sorgen für ein 80’s Revival im Radio. Crimer hat den Nerv der Zeit getroffen und es scheint, als traure die Schweiz einer vergangenen Epoche nach. Nach einer Handvoll grossartiger Singles folgte nun ein eher vergängliches Debütalbum.

Mit voller Elan stürtzt sich Alexander Frei, wie Crimer mit bürgerlichem Namen heisst, in das 13 Song starke Album, welches neben den bereits bekannten Singles auch neues Material bereithält. Knallige Synthies und Gitarrenmelodien schallen über dumpfe 80’s Beats, währen Crimers sonore Stimme kaum Luft zum Atmen lässt. Auf Songs wie «Sorrow» wäre Depeche Mode wohl zutiefst eifersüchtig gewesen. Andere Songs wie «The Fortress» dagegen spielen mit viel Romantik und zeigen Crimers wahres Talent für eingängige Refrains. Auch in «Cards» spielt Crimer mit viel Charme und zuckersüßen Songzeilen. Wie auf der Bühne ist Crimer auch auf dem Album omnipräsent und wirkt von Anfang bis Ende authentisch. Über die ganze Dauer des Debütalbums sättigt aber vor allem seine Stimme und die doch sehr monoton gehaltene Strukturen der Songs. Für kurz mag sich das zwar ganz gut anfühlen, auf die Dauer fehlt es Leave Me Baby aber an Abwechslung.

Wäre Crimer bereits in den 80ern dem Kindesalter entwachsen, so hätten Majorlabels ihn wohl reihenweise bezirzt. Auch in der Melancholie der heutigen Zeit funktioniert dieses Wiederaufleben der 80er ohne Mühe. Crimer ist talentiert, strotzt vor Authentizität und weiss, wie er seine Fangemeinde zu fesseln hat. Nur: Wäre dafür ein auf die Dauer eher mittelmässiges Album nötig gewesen oder bestände der Hype auch mit regelmässigen Singleveröffentlichungen weiter?

Crimers Leave Me Baby erschien am 28. Februar über Muve Recordings

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Veröffentlicht am 8. März 2018 von Severin Kaufmann in Neue Musik, Swiss Sounds

Der junge Genfer Rapper Slimka zeigt, dass Schweizer Rap auch international funktioniert. Dies liegt zu einem Teil daran, dass das SuperWakClique-Mitglied auf Französisch rappt. Aber auch ausserhalb des französischen Sprachraums wächst Slimkas Hörerschaft — so z.B. auch durch diesen beliebten Colors Youtube Clip. Elf Monate nach seinem Debütmixtape, folgte vor kurzem bereits sein zweites Album/Mixtape No Bad Vol. 2.

Die New School Beats heizen auch hier gehörig ein. Bewaffnet mit Autotune und seinem mitreissendem Flow beweist Slimka, dass seine frechen Rap-Lines kaum Grenzen kennen.

Slimkas No Bad Vol. 2 erschien am 23. Februar über Colors Entertainment.

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Veröffentlicht am 21. Februar 2018 von Beni Geisseler in Review, Swiss Sounds

Was sich anhört wie eine verschollene Single Auskopplung von The Alan Parsons Project, ist eigentlich der Opener («Fills Call In») des Debütalbums der Lausanner Band Bombers. Stets experimentell spielt sich das Trio, bestehend aus Christian Pahud, Michel Blanc und Mark Blakebrough, durch ihren Sound, welchen sie selber als moderner Synth-Kraut bezeichnen. Eine gewisse Erfahrung bringt diese Formation bereits aus anderen Projekten wie Larytta oder Honey For Petzi mit. Über acht Songs wandelt sich ihr Debütalbum M/W in ein abenteuerliches Indie-Pop-Werk.

Popig und radiotauglich ist vorallem der Titeltrack des Albums. In Songs wie ‚L’hippocampe‘ attackieren Bombers dagegen mit krautigen Synthorgien. Im Verlauf des Albums durchbrechen sie immer wieder vertraute Passagen und erforschen dabei psychedelische Orte zur Jahreswende ins 30. Jahrhundert. Begleitet von verzerrten Synthesizern («Good Colors, Bad Shapes») oder zuckersüssen Gitarrenpassagen («Overblowing Conversations»), taucht man in ein Wechselbad der Gefühle ein, das immer wieder aufs Neue überrascht. Vollendet wird das Album mit der Synth-Ballade «Take Your Time», welche diese kontrastreiche und teils fordernde (Musik-) Reise nochmals schön abrundet.

Bombers M/W erschien am 12. Januar via Vitesse Records und steht auf Bandcamp als Stream und Download bereit.

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Veröffentlicht am 8. Februar 2018 von Simon Gwinner in Neue Musik, Swiss Sounds

Die Fribourger B77 kürten wir in unserer Best Swiss Sounds 2017 Liste als eine der spannensten Neuentdeckungen des vergangenen Jahres. Dass wir da nicht ganz falsch liegen, beweist auch die neuste Single des Duos.

Wiederum sehr sphärisch treffen in «Panthère» unterschiedliche Synthesizer aufeinander. Dazu gesellt sich monotoner Gesang, der mit der Melodie mitschwingt und erst im Refrain richtig aufblüht.

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Veröffentlicht am 1. Februar 2018 von Simon Gwinner in Neue Musik, Swiss Sounds, Video

Der Vorteil, wenn man Mundart singt? Die Leute verstehen, was man singt, jedenfalls in der Deutschschweiz und dennoch hat man, je nach Dialektbandbreite, genug Ausdrucksmöglichkeiten, um sich von anderen Mundartbands abzugrenzen. Die Texte von Stahlberger, Hermann oder Jeans For Jesus sind perfekte Beispiele dafür. Auch das St. Galler Duo Dachs singt in Mundart und erzählt Geschichten, die trotz Sprachverständnis noch genug Platz für Interpretation lassen.

Nach der ohrwurmtauglichen, inoffiziellen Hymne an alle Postautos der Schweiz – «Düdado» -, folgt nun eine weitere kleine Hommage an etwas Alltägliches. Ein Objekt, das im Ortsbild gar nicht mehr gross auffällt, in Ausnahmesituationen aber lebensrettend sein kann. Geschmückt mit vielen Textpassagen, die man sich glatt tätowieren lassen könnte, verhält sich der sphärische Synth-Pop von Dachs in ihrer neusten Single «Selecta Automat» sehr ruhig, fast schon sinnbildlich für die Einsamkeit der Produkte in Snackautomaten.

Immer Schö Lächla heisst Dachs‘ Debütalbum, welches am 16.2. über Siedl Records erscheinen wird.

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